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Bundesamt errechnet deutlichen Anstieg Pflegebedürftiger

Rund 815.000 Menschen könnten einer Berechnung zufolge im Jahr 2055 in Baden-Württemberg pflegebedürftig sein - ein Plus von 51 Prozent. Nur in Bayern wird ein höherer relativer Anstieg erwartet.

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Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Umsetzen. Foto: Sebastian Gollnow
Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Umsetzen.
Foto: Sebastian Gollnow

Wiesbaden/Stuttgart (dpa/lsw) - Die Zahl pflegebedürftiger Menschen könnte nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamts bis zum Jahr 2055 in Baden-Württemberg auf rund 815.000 steigen, allein durch die zunehmende Alterung. Das sei im Südwesten ein Plus von 51 Prozent im Vergleich zu 2021, teilte die Behörde am Donnerstag in Wiesbaden mit. Für 2035 geht die Berechnung von etwa 634.000 Pflegebedürftigen aus. Nur für Bayern sagen die Statistiker einen noch stärkeren relativen Anstieg voraus - nämlich 56 Prozent bis 2055.

Bei seinen Berechnungen geht das Bundesamt von einer konstanten Pflegequote aus, die den Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung nach Alter und Geschlecht angibt.

Der erwartete starke Anstieg überrasche ihn nicht, teilte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur dazu mit. »Wir haben in Baden-Württemberg eine sehr hohe Lebensqualität. Wir wissen zudem schon lange, dass vor allem die Babyboomer-Generation älter wird und später in ein Alter kommt, in dem viele pflegebedürftig werden.«

Die Landesregierung habe ein ganzes Maßnahmenbündel: »Ich nenne hier beispielhaft unsere Förderung der Kurzzeitpflege. Denn gerade die Kurzzeitpflege unterstützt die Pflege zu Hause, was für viele wichtig ist«, erläuterte Lucha. Um mehr Personal zu gewinnen, habe das Ministerium jüngst auch die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs »Wiedereinstieg und Verbleib im Pflegeberuf« vorgestellt. Außerdem gebe es eine Kooperation mit der Agentur für Arbeit, um Pflegefachkräfte im Ausland zu gewinnen.

Bundesweit könnte die Zahl pflegebedürftiger Menschen den Berechnungen zufolge auf rund 6,8 Millionen Menschen steigen. Das wäre den Angaben zufolge ein Plus von 37 Prozent. Das Bundesamt veröffentlichte zudem eine weitere Berechnung, die von einer höheren Pflegequote ausgeht. In diesem Fall läge die Zahl der Pflegebedürftigen bereits 2035 bundesweit bei 6,3 Millionen (plus 27 Prozent gegenüber 2021) und im Jahr 2055 bei 7,6 Millionen (plus 53 Prozent). Im Jahr 2070 wäre dann eine Zahl von 7,7 Millionen Pflegebedürftigen möglich (plus 55 Prozent).

Pressemitteilung

© dpa-infocom, dpa:230330-99-144970/3