Logo
Aktuell Netzwelt

Zwei Drittel der Studierenden nutzen bereits KI-Assistenten

Die Kultusminister in Deutschland diskutieren noch, ob KI-Chatbots wie ChatGPT an Schulen und Hochschulen genutzt werden sollten. Dabei ist zumindest an den Unis die breite Nutzung längst Realität.

KI-Texte
Viele Studierende verwenden KI vor allem, um sich in ein Thema einzuarbeiten. (Symbolbild) Foto: Frank Rumpenhorst/DPA
Viele Studierende verwenden KI vor allem, um sich in ein Thema einzuarbeiten. (Symbolbild)
Foto: Frank Rumpenhorst/DPA

An den Hochschulen in Deutschland werden digitale Assistenten mit Künstlicher Intelligenz (KI) von rund zwei Dritteln der Studierenden (65 Prozent) bereits eingesetzt. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor, die heute in Berlin veröffentlicht wurde.

In der Umfrage sagten weitere 22 Prozent, sie könnten sich die Verwendung von ChatGPT & Co. vorstellen. Lediglich neun Prozent der Befragten kannten die KI-Assistenten zwar, konnten sich eine Nutzung aber nicht vorstellen. Nur vier Prozent hatten noch nie von Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini gehört oder gelesen.

Kaum feste Vorgaben für KI-Verwendung

Die Umfrage ergab auch, dass es an vielen Hochschulen keine festen Spielregeln für die Verwendung von KI-Systemen gibt oder diese zumindest in der Praxis unbekannt sind. Nur 17 Prozent der Befragten sagten, dass es zentrale Regeln gebe, 20 Prozent berichteten von Regeln, die vereinzelt vom Lehrpersonal festgelegt würden. Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) berichteten, es gebe keine Regeln für den Einsatz von generativer KI wie etwa ChatGPT. 30 Prozent wussten nichts von entsprechenden Regeln oder antworteten nicht.

Für die Studie wurden 506 Studierende aller Hochschulformen in Deutschland ab 18 Jahren Anfang Januar online befragt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für Studierende in Deutschland.

Vor allem für Recherche

Die Studierenden verwenden demnach KI vor allem, um sich in ein Thema einzuarbeiten. 68 Prozent sagen, sie nutzten ChatGPT oder vergleichbare Systeme für die Recherche. 40 Prozent lassen sich von der KI Zusammenfassungen zusammenstellen. 37 Prozent bereiten mit der KI eine Präsentation vor. Jeweils gut ein Drittel korrigiert mithilfe von KI die eigenen Texte (37 Prozent) oder lässt Texte übersetzen (35 Prozent). Ein Drittel verwendet die KI, um sich auf Prüfungen vorzubereiten (33 Prozent), gut ein Viertel zum Schreiben von Hausarbeiten (26 Prozent). Gleichzeitig sprach sich knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) dafür aus, die Nutzung von Chatbots für Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten zu verbieten.

Bei der Auswertung der Antworten machte der Bitkom ein »Spannungsfeld Künstliche Intelligenz« aus Zustimmung und Ablehnung der KI aus. Zum einen verlangen die Studierenden mit großer Mehrheit (74 Prozent), dass man an der Hochschule lernen sollte, wie man ChatGPT & Co. richtig nutzt. Knapp die Hälfte meint, der KI-Einsatz sollte an allen Hochschulen Standard sein. Allerdings meinen 60 Prozent, dies führe dazu, dass Studierende weniger selbstständig denken und lernen. Jeder zweite Befragte (51 Prozent) glaubt, durch ChatGPT beschäftigten sich Studierende weniger mit den Studieninhalten.

© dpa-infocom, dpa:240321-99-416516/2