Basketball - Mit der Verpflichtung des Göppinger Allstars haben die Walter Tigers ihre Personalplanungen beendet
Chris Oliver kommt als »aggressive Leader«
VON FRANK WILD
TÜBINGEN. Den Machern der Tübinger Basketballer ist ein großer Stein von der Seele gefallen, als am Freitag um 17.10 Uhr im E-Mail-Postfach von Tigers-Manager Robert Wintermantel der unterschriebene Vertrag von Chris Oliver angekommen war. Mit dieser Verpflichtung ist der Kader für die am 2. Oktober beginnende Bundesliga-Saison endlich komplett.
Der 25-jährige US-Amerikaner kommt vom Liga-Konkurrenten BG Göttingen, war in der abgelaufenen Saison ein Allstar und gewann mit seiner Mannschaft den Titel in der Euro-Challenge. In Tübingen hatte Oliver seinem Team am 27. Februar durch einen erfolgreichen Zweipunkte-Wurf in letzter Sekunde einen 77:75-Erfolg beschert.
»Er ist ein Spieler, der uns definitiv nach vorn bringt«, erklärt Wintermantel. »Dass ein Spieler von so einem erfolgreichen Team zu uns kommt, macht uns sehr stolz.« Der Mann, der auf beiden Flügelpositionen agieren kann, sei ein Spieler, der die Fans der Walter Tigers mitreißen könne - ein »aggressive Leader«, wie ihn die Fußballer des FC Bayern München in Mark van Bommel haben.
Acht- bis Neun-Mann-Rotation
Oliver erhält bei den Tübingern einen Einjahres-Vertrag und soll seinen Landsmann Romeo Travis vergessen machen, der in der vergangenen Saison bei den Tigers für Furore gesorgt hatte. »In der Offensive kann Chris auf alle Fälle so spektakulär spielen wie Romeo«, verspricht Wintermantel. Defensiv sei er sogar noch besser als der Freund des NBA-Superstar LeBron James.
Neben dem russischen 2,15-Meter-Center Anatoli Kaschirow soll Oliver das zweite Aushängeschild in Reihen der Tübinger Korbjäger von Cheftrainer Igor Perovic sein. »Chris war ohne Frage einer einer der besten Spieler der Bundesliga während der letzten zwei Jahre«, sagte Perovic. Wie Wintermantel ist auch der Serbe begeistert, dass die Tigers den Allstar an Land ziehen konnten. »Genau so einen Spieler haben wir noch benötigt. Er spielt mit viel Energie, ist sehr athletisch, besticht durch eine starke Defensiv-Arbeit und kann in kritischen Situationen Verantwortung übernehmen«, unterstrich Perovic.
Der 2,05 Meter große Oliver spielte an der Universität für die Radford Highlanders. Seine Profi-Karriere hat er 2007 beim Pro-A-Ligisten Kaiserslautern Braves begonnen. Danach folgten zwei Jahre in Göttingen, wo er im vergangenen Jahr zu einem der Top-Punktesammler (14,9 im Schnitt) und -Rebounder (6,5) in der Basketball-Bundesliga (BBL) herangewachsen ist.
»Ich bin sehr froh, dass unsere Personalplanungen nun abgeschlossen sind«, erklärte Wintermantel. Die Tübinger werden mit einer interessanten Acht- bis Neun-Mann-Rotation in die siebte aufeinander folgende Spielzeit in der Beletage des deutschen Basketballs gehen. Trainingsauftakt ist am 14. August. (GEA)