Volleyball - Der Traditionsklub Moerser SC steht vor einem Scherbenhaufen, dem TV Rottenburg winkt »eine sensationelle Ausgangsposition« für die Play-off-Runde
Einen Knopf an Rang fünf machen
ROTTENBURG. Der Moerser SC, einer der Traditionsklubs im deutschen Volleyball, steht dicht vor dem Abgrund und muss in der Play-down-Runde sein Glück versuchen, um dem Abstieg zu entrinnen. Der EnBW TV Rottenburg hingegen kann mit einem Erfolg an diesem Samstag (20 Uhr, Paul-Horn-Arena Tübingen) gegen die »Adler« einen Knopf an Rang fünf machen und damit, wie TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger betont, »eine sensationelle Ausgangsposition« für die Play-offs erobern.
Nur noch vier Spiele der Normalrunde stehen auf dem Programm. Mindestens zwei Siege streben die Rottenburger an, die nicht mehr von Platz fünf verdrängt werden können, wenn sie den MSC besiegen. Da sich im Tabellen-Mittelfeld nichts verändert hat, träfe der TVR nach Stand der Dinge auf den SCC Berlin, obwohl Rottenburg noch den Rang mit den Charlottenburgern tauschen könnte. Das allerdings wäre Müller-Angstenberger »egal, ob wir dann zuerst in Berlin oder erst zu Hause spielen«.
Oberste Priorität hat jedoch zunächst die Partie gegen Moers, das 2007 und 2009 das Pokal-Finale erreicht hatte, jetzt aber vor einem Scherbenhaufen steht. »Noch hat der MSC es ja selbst in der Hand«, sagt TVR-Kapitän Matthias Pompe - aber ein Pardon kennt Pompe in diesem Fall nicht. Der elfte Saisonsieg im 19. Spiel soll her.
Das findet auch Thomas Ranner, der zuletzt bei der 0:3-Niederlage in Königs Wusterhausen wegen starker Schmerzen in der rechten Schulter gefehlt hatte und deshalb gespritzt wurde. »Ich konnte den Arm nicht mehr heben«, sagt der Mittelblocker, der sehr wahrscheinlich auch in der kommenden Saison für den TVR auflaufen wird. Ranner, der heute gegen den Tabellenvorletzten wieder dabei sein will, betont: »Wir dürfen das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen.«
Dass Müller-Angstenberger in die gleiche Kerbe haut, ist klar: »Wir müssen alles geben, um den MSC nicht ins Rollen kommen zu lassen.« Er innert dabei an den 3:2-Hinspielsieg, als der TVR nach einer 2:0-Führung erst im Tie-Break wieder Oberwasser bekommen hatte. Aber selbst Spitzenreiter VfB Friedrichshafen hatte Mühe und stoppte den Moerser Lauf erst nach einem 0:2-Rückstand. Jedenfalls dürften die »Adler«, die zuletzt auch Düren beim 1:3 alles abverlangten, auch heute Paroli bieten wollen. (v/gri)