Volleyball - 1:3-Niederlage in Haching. Rottenburg liegt 1:0 vorne und vergibt dann vier Satzbälle zur 2:0-Führung
»Bälle nicht totgemacht«
UNTERHACHING. Da war mehr drin: Nach zwei dramatischen Sätzen und einem 1:1-Zwischenstand musste sich der Volleyball-Bundesligist EnBW TV Rottenburg beim Pokalfinalisten Generali Haching doch noch mit 1:3 (27:25, 30:32, 19:25, 19:25) beugen. »Das war sicher eines unser besten Saisonspiele«, sagte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger, der nicht sonderlich enttäuscht wirkte - aber der großen Chance nachtrauerte, mit 2:0 in Führung zu gehen. »Wir haben es vier Mal selbst in der Hand, den Sack im zweiten Satz zuzumachen, waren aber nicht mutig und konsequent genug«, sagte Müller-Angstenberger und ergänzte: »Wir müssen diesen Satz gewinnen. Dann läuft bei Haching Kopfkino und wir gewinnen 3:0.«
Nie zuvor war der TVR so nahe dran gewesen, dem bayerischen Top-Team ein Schnippchen zu schlagen. Im ersten Satz stand es 7:7, dann machten die Hausherren einen Satz auf 12:7 und schließlich auf 21:16. Doch die Rottenburger gaben sich nicht geschlagen und rund 700 Hachinger Fans rieben sich verwundert die Augen, als die Gäste zum 23:23 ausglichen, danach einen Satzball abwehrten und schließlich selbst mit 27:25 die Nase vorne hatten.
Das enge Spiel setzte sich im zweiten Durchgang fort. Rottenburg führte 4:1, geriet aber beim 8:9 erstmals in Rückstand. Von da an gaben die Gastgeber den Ton an. Aber als Haching mit 20:16 führte, spielte der TVR wieder alles oder nichts, und zwar mit großem Erfolg. Nach dem 23:21 egalisierten die Gäste und eroberten sogar die Führung. Doch das Glück des Tüchtigen stellte sich nicht ein. Und völlig geknickt trottete das TVR-Team, mit 30:32 in die Knie gezwungen, vom Feld - statt 2:0 hieß es 1:1. »Es ist einfach ärgerlich. Wir haben die Bälle einfach nicht totgemacht. Auch ich hatte zwei Punktchancen«, sagte TVR-Kapitän Matthias Pompe.
Zunächst steckten die Rottenburger den Ausgleich weg und hielten bis zum 6:6 mit. Dann jedoch zog der Tabellenzweite auf und davon, und diesmal brachte der TVR keine Aufholjagd zustande. Im vierten Satz wollten es Pompe und Co. noch einmal wissen. Bei einer 8:7-Führung lag sie auch gut im Rennen. Doch im Handumdrehen kippte die Partie. Haching marschierte und ließ Rottenburg nicht mehr zur Entfaltung kommen. Nach 107 Minuten Spielzeit hatte es gegen Haching einmal mehr nur zu einem Satzgewinn gereicht. (gri)