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Speedklettern - Rund 60 Kinder und Jugendliche beim baden-württembergischen Jugendcup im neuen DAV-Zentrum

Zwölf Meter hoch in sechs Sekunden

VON ALEXANDER THOMYS

REUTLINGEN. Das erste sportliche Highlight folgte nur wenige Wochen nach der Eröffnung: Im neuen Kletterzentrum der Sektion Reutlingen des Deutschen Alpenvereins (DAV) startete der baden-württembergische Jugendcup im Speedklettern. Nach dem Auftakt in Reutlingen folgen weitere Wettbewerbe in Ravensburg, Stuttgart und Karlsruhe. Wer am Ende den Landestitel holen will, sollte dabei in allen Hallen erfolgreich klettern.

Erfolgreich heißt beim Speedklettern namensgetreu vor allem eines: schnell sein. »Da geht es nur noch um die Zeit, wie beim 100-Meter-Lauf in der Leichtathletik«, erklärte Arnold Kaltwasser, Fachleiter Klettern der Reutlinger DAV-Sektion. »Da sind mehr Schnelligkeitsmuskeln gefragt und auch der Geist, man muss schneller klettern als man denken kann«, bringt Kaltwasser die Anforderungen auf den Punkt. Die schnellsten Nachwuchs-Kletterer erklimmen die zwölf Meter hohen Routen in weniger als sechs Sekunden.

In den Finalwettbewerben treten jeweils zwei Kletterer auf genormten Routen gegeneinander an. Jeder Sportler muss dabei beide Bahnen erklimmen, wer zusammengezählt am wenigsten Zeit benötigt, kommt weiter und darf sich erneut an der steilen Kletterwand beweisen.

Rund 60 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren traten im neuen Kletterzentrum an. Am schnellsten erkletterte sich dabei Simon Bosler den Sieg. Im Finale der Junioren reichten ihm 11,9 Sekunden für beide Routen. Im Wettbewerb der A-Jugend siegte Philipp Hans (14,45), bei der B-Jugend war Niklas Birkle in 15,68 Sekunden am schnellsten. Auch Hanne Schächtele (B-Juniorinnen, 18,91) und Sofia Porschka (A-Juniorinnen, 23,11) durften in Reutlingen Siege feiern.

Motivation statt Kraft

Dabei spüren die Sportler jede Runde in den Knochen. »Die Kraft lässt nach, aber man wird immer motivierter«, gibt der Kirchheimer Fabian Bosler, der bei den Junioren den zweiten Platz erreichte, darauf die sportliche Antwort. Der 19-Jährige, der auch im Reutlinger Kletterzentrum trainiert, schaffte kürzlich den Sprung ins deutsche Nationalteam.

Mit zwanzig Helfern schulterte die Reutlinger Sektion, die auf rund 400 aktive Kletterer zurückgreifen kann, den Jugendcup. »Wir haben ganz bewusst die Sektion Reutlingen gefragt, weil wir wussten, dass die neue Halle gut wird«, lobte Frank Böttiger. Der Vertreter des DAV-Landesverbandes schätzt die Erfahrung der Gastgeber, die jährlich auch die Boulder-Meisterschaft ausrichten. (GEA)

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