Tübingen - Ludwigsburg 75:93 - Derby-Niederlage trotz guter kämpferischer Leistung. Viele Ballverluste am Ende

Walter Tigers Tübingen einmal mehr chancenlos

VON FRANK WILD

TÜBINGEN. Am Ende fiel die Derby-Niederlage gegen die MHP Riesen Ludwigsburg aus Sicht der Walter Tigers zu deutlich aus. Und das nicht nur, weil den drittplatzierten Gästen am Kampfrichtertisch in der Tübinger Paul-Horn-Arena fälschlicherweise ein Punkt zu viel zugesprochen wurde. Fünf Minuten vor Schluss waren die Hausherren auf neun Punkte dran. »Aber wir haben uns in der Endphase zu viele einfache Ballverluste geleistet, die dann zu dem klaren Ergebnis geführt haben«, sagte Tigers-Cheftrainer Mathias Fischer am späten Samstagabend nach der 75:93 (42:54)-Niederlage einen Tag vor Silvester.

Javon McCrea (links) stemmte sich vergeblich gegen die drohende Niederlage.
Javon McCrea (links) stemmte sich vergeblich gegen die drohende Niederlage. FOTO: Frank Pieth
Aufgrund des 63:90-Debakels am zweiten Weihnachtsfeiertag in Frankfurt hatte der Chefcoach sein Team unmittelbar vor dem Duell gegen den Lokalrivalen aus dem Stuttgarter Norden nochmals deutlich ins Gewissen geredet. Die lautstarke Ansprache hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die Mannschaft hat gut gekämpft. »Mit 37 Minuten bin ich zufrieden, mit den letzten drei absolut nicht«, lautete Fischers Fazit. Seine Vorgabe in der Auszeit fünfeinhalb Minuten vor der Schlusssirene beim Stand von 71:80 war, dass man die Distanzschützen im Team suchen solle, »weil wir gut von draußen geworfen haben mit 43 Prozent. Leider haben wir sie aber nicht gefunden«.

»Die Spieler werden nur Einsatzzeit bekommen, wenn sie kämpfen und hart arbeiten«
 

Unterm Strich können die Tübinger nach diesem über weite Strecken positiven Auftritt gegen einen haushohen Favoriten trotz nach wie vor nur einem Saisonsieg erhobenen Hauptes ins neue Jahr und dort am 7. Januar bei den EWE Baskets Oldenburg ins letzte Hinrundenspiel gehen. »Die Jungs haben sich den Hintern aufgerissen. Wenn sie so weiter arbeiten, werden wir auch die nötigen Siege holen«, wollte Fischer in seiner resoluten Art und Weise keinerlei Endzeitstimmung aufkommen lassen.

Der neue Coach sorgt für spürbar frischen Wind, einzig der Erfolg will sich (noch) nicht so recht einstellen. Derweil enteilt die Konkurrenz nach und nach. Auf den ersten Nichtabstiegsplatz fehlen den Tigers mittlerweile schon vier Siege. Deshalb legt Fischer nun härtere Bandagen an. Er fordert vehement die fehlende Kommunikation innerhalb der Mannschaft ein und nimmt die Spieler in die Verantwortung. »Ab jetzt kann es immer personelle Veränderungen geben. Ich verlange von den Spielern absoluten Einsatz. Sie werden auch nur Einsatzzeit bekommen, wenn sie kämpfen und hart arbeiten«, kündigte der 46 Jahre alte A 2-Nationaltrainer unmissverständlich an.

Kris Richard und Ryan Brooks bekommen das schon seit Fischers Amtsübernahme Ende November zu spüren. Die beiden Leistungsträger bleiben regelmäßig hinter den vor der Runde in sie gesetzten Erwartungen zurück. Beide sind angezählt. Indes bekam Nachverpflichtung Javon McCrea am Wochenende bereits knapp 18 Spielminuten zugesprochen, zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen trotz seiner zum Teil unkonventionellen Spielweise mit acht Punkten und neun Rebounds zurück. »Es ist hart, und der Druck, gewinnen zu müssen, ist natürlich da. Aber wir werden kämpfen. Warum soll uns nicht eine Serie gelingen«, versprühte der bullige Big Man Zuversicht.

Weil Center-Kollege Phillipp Heyden wegen eines Bänderrisses im rechten Sprunggelenk aus dem Training nicht auflaufen konnte und der Vertrag mit Tony Easley bereits aufgelöst ist, rückte Youngster Adrian Lind in den Kader. Nach einem ausgeglichenen ersten Spielabschnitt stellten die Gäste vor 3 132 Zuschauern in der zum dritten Mal ausverkauften Halle mit einem starken zweiten Viertel die Weichen auf Sieg. Wenngleich Tübingen dem Rivalen bis zum Ende einen großen Kampf lieferte, kam man nicht mehr näher ran als der besagte Neun-Punkte-Rückstand. Mehr war gegen die in dieser Runde bislang überraschend starken Schützlinge von Trainerfuchs John Patrick aber nicht drin. (GEA)

Geschäftsführer Robert Wintermantel sieht Tigers mit dem Rücken zur Wand

Die Tübinger Bundesliga-Basketballer stehen als Tabellen-Schlusslicht mit nur einem Sieg nicht erst seit der 75:93-Niederlage vom Samstag im Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit dem Rücken zur Wand. »Wir können nicht so tun, als ob die 2. Liga nicht Realität werden könnte«, erklärte Tigers-Geschäftsführer Robert Wintermantel nach dem Spiel im Rahmen des Fantalks in der Paul-Horn-Arena. Logischerweise werde man, wie in den vergangenen Jahren auch immer, die Lizenz-Unterlagen für die Pro A ebenfalls einreichen. Enttäuscht ist Wintermantel über »eine gewisse Sattheit bei einigen erfahrenen Spielern«. Der Manager denkt laut darüber nach, künftig wieder vermehrt auf Rookies zu setzen. Zum wiederholten Mal konnten im Derby gleich mehrere vermeintliche Leistungsträger nicht überzeugen. »Wir werden alles tun, um in der Liga zu bleiben, dabei aber nicht die Existenz des Clubs gefährden«, schloss der Manager eine finanzielle Belastung aus. Eine weitere Nachverpflichtung sei »nicht konkret im Visier, träumen darf man aber«, meinte Wintermantel und nährte damit Gerüchte über einen weiteren Zugang. (jds)

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