Bremerhaven - Tübingen 86:88 – Topscorer Mihailovic in Schlussminute am Knie verletzt. Zweiter Sieg in Folge

Tigers bleiben cool

VON FRANK WILD

BREMERHAVEN. Was für ein Krimi – und die Tübinger Bundesliga-Basketballer haben tatsächlich die Nerven behalten! »Ich hoffe, dass meine Spieler cool bleiben, wenn es eng wird«, hatte Cheftrainer Tyron McCoy am gestrigen Sonntag vor dem Spiel in Bremerhaven formuliert. Genau das ist in der Endphase eingetreten. Die Walter Tigers gewannen deshalb auch keineswegs unverdient mit 88:86 (42:44). Durch den zweiten Sieg in Serie festigt die Mannschaft Tabellenplatz 14 und hat jetzt vier Punkte Vorsprung auf den ersten von zwei Abstiegsrängen, auf dem nun Bremerhaven steht.

»Das war ein Spiel, das wir eigentlich schon fast verloren hatten. Umso glücklicher bin ich über diesen wichtigen Sieg«, erklärte der neue Tigers-Coach McCoy und ergänzte: »Die vielen Offensiv-Rebounds haben uns am Leben gehalten, und wir haben im vierten Viertel unsere beste Verteidigung gespielt. Dadurch konnten wir das Spiel drehen.«

Als die Gäste vor 2 720 Zuschauern in der Bremerhavener Stadthalle nach dem 8:6 (4.) erst zum zweiten Mal in Front lagen (78:76/35.), zeigten die Hausherren Nerven. Lorenzo Williams leistete sich beim Einwurf einen Fehlpass. Und der 2,13-Meter-Center Bogdan Radosavljevic machte mit seinem bereits dritten, verwandelten Dreipunkte-Wurf in dieser Saison einen 16:1-Lauf perfekt.

Die Tübinger hatten ihren offensiven Rhythmus gefunden, ließen den Ball vor dem gegnerischen Korb geduldig laufen und trafen die richtigen Entscheidungen. Topscorer Vladimir Mihailovic stellte mit seinen Punkten 21 und 22 die 85:81-Führung her. Der montenegrinische Nationalspieler wurde dann 47 Sekunden vor der Schlusssirene beim Korbleger bedrängt, verfehlte das Ziel und kam so unglücklich auf dem rechten Sprungbein auf, dass er von Radosavljevic und Physiotherapeutin Diana Fröschke mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelnd vom Parkett begleitet werden musste.

»Im Moment gehen wir von einer Verstauchung aus«, berichtete Tigers-Pressesprecher Tobias Fischer nach Rücksprache mit Mihailovic. Dieser hatte unter dem neuen Coach zuletzt zu alter Stärke zurückgefunden. Er wird am heutigen Montag untersucht, von einem Ausfall für das Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr) gegen Oldenburg ist aber nicht auszugehen.

Edgar Wallace führt Regie

Krimiautor Edgar Wallace hätte das Drehbuch für die dramatischen Schlusssekunden nicht packender schreiben können. Larry Gordon hatte durch einen Dunk den 85:85-Ausgleich hergestellt. Die Stimmung war am Siedepunkt. Alles war nun drin. Toarlyn Fitzpatrick brachte es zwar insgesamt nur auf sechs Zähler, die zwei überaus wichtigen Punkte zur erneuten Führung steuerte er aber mit einer unglaublichen Abgeklärtheit ebenfalls per krachendem Dunking bei. Der zuletzt nach langer Krankheit wiedergenesene Tübinger »Verteidigungsminister« Jesse Sanders stellte in der Folge weit vom Korb entfernt Bremerhavens Topscorer Kyle Fogg (22 Punkte) und zwang ihn dadurch zu einem unkontrollierten Distanzwurf aus weiter Ferne.

Nach einem von zwei verwandelten Freiwürfen durch William Buford zum 88:85 foulte Garlon Green seinen Kontrahenten Jerry Smith geschickt, sodass Bremerhaven 2,4 Sekunden vor Schluss nur noch ein Wunder helfen hätte können. »Am Ende hatten wir ein bisschen Glück – aber das gehört auch dazu«, meinte Radosavljevic schelmisch. (GEA)



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