Bonn - Tübingen 102:99 – Gäste ohne Sanders und Mihailovic. Nach 18 Punkten Rückstand Aufholjagd gestartet

Tapfere Tiger nicht belohnt

VON FRANK WILD

BONN. Es hat nicht sollen sein. »Wir werden uns noch steigern und auch noch Spiele gewinnen«, versprach Jared Jordan nach der bitteren 99:102 (44:58)-Niederlage in Bonn. An seiner alten Wirkungsstätte hatte der Spielmacher der Tübinger Bundesliga-Basketballer mit 15 Punkten und 14 Korbvorlagen ein großartiges Spiel abgeliefert. »Meine Leistung war nicht gut genug. Sonst hätten wir gewonnen«, meinte der 31-jährige US-Amerikaner, der von den Bonner Fans nach seinem unrühmlichen Abgang vor zwei Jahren zu den Brose Baskets Bamberg bei seiner Rückkehr vor dem Spiel mit Pfiffen begrüßt wurde.

Auch Tigers-Center Bogdan Radosavljevic erwischte einen herausragenden Tag. Der 22 Jahre alte deutsche Nationalspieler war angesichts von 21 Punkten und elf Rebounds mit Abstand bester Akteur auf dem Parkett. Auch der nach seiner Schulterverletzung zurückgekehrte William Buford war mit 20 Punkten und sieben Rebounds glänzend aufgelegt. Warum reichen solche Leistungen gegen einen Tabellennachbarn dann aber doch nicht zum Sieg?

Die Tigers kämpften im Schlussviertel tapfer, lagen jedoch zwischenzeitlich beim 35:53 (17.) schon mit 18 Punkten im Hintertreffen. Der Start in die Partie sei »ok« gewesen, berichtete Tigers-Coach Tyron McCoy und fügte hinzu: »Allerdings sind wir nach ein paar Minuten bis zur Pause nur noch schlafwandelnd übers Feld gelaufen.« Trotzdem haben sich seine Schützlinge nicht aufgegeben, haben tapfer gekämpft und nach Möglichkeiten gesucht, den Rückstand zu verkürzen. Mit Erfolg. Zehn Sekunden vor dem Ende stellte Radosavljevic prompt das 99:99 her – der erste Ausgleich seit dem 17:17 (7.).

Die Tigers mussten auf ihre beiden Leistungsträger Vladimir Mihailovic (Rückenprobleme) und Jesse Sanders (Magen-Darm) verzichten. Dadurch kam erneut Ersatz-Spielmacher Nick Russell zum Zug. Der US-Amerikaner, der am morgigen Dienstag seinen 25. Geburtstag feierte, leitete durch vier seiner sechs Punkte die Aufholjagd ein. Fortan entwickelte sich ein »Kampf auf Biegen und Brechen«, wie es Jordan trefflich beschrieb. Trotz der überragenden Bonner Sean Marshall und Aaron White (beide jeweils 20 Punkte) langten die Tübinger nach dem Seitenwechsel in der Defensive deutlich konsequenter hin.

»Die zweite Hälfte hat ansatzweise gezeigt, zu was wir in der Lage sind«
 
Radosavljevic, der drei seiner vier Dreierversuche verwandelte, sorgte durch zwei erfolgreiche Distanzwürfe in Folge für das 62:72 (26.) – und damit für die Initialzündung. Im Schlussviertel drehten die Gäste dann ganz groß auf. Ein 29:16-Lauf, während dem die Tigers herzhaft verteidigten und zudem gnadenlos Bälle verwandelten, sorgte für den Showdown. Bonns Matchwinner White hatte dann aber mit seinem Dreier zum Sieg ein glückliches Händchen.

Durch Erfolge der Kellerkinder Mitteldeutscher BC und Bremerhaven wird’s im Abstiegskampf immer enger, sind die Tübinger gar vom 14. auf den 15. Tabellenrang abgerutscht. Für die verbleibenden zehn Spiele nahm McCoy dennoch das Positive mit. »Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, wenngleich die zweite Hälfte ansatzweise gezeigt hat, zu was wir in der Lage sind.« (GEA)



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