Basketball - Walter Tigers gastieren nach grandiosem Heimsieg gegen München beim vom Verletzungspech verfolgten BBC Bayreuth. Perovic warnt: Das macht sie gefährlich
Köpfe sind wieder frei
VON FRANK WILD
TÜBINGEN. In der Nacht zum Donnerstag schenkte Oklahoma-Superstar Kevin Durant dem NBA-Champion Dallas Mavericks um seinen deutschen Vorzeige-Basketballer Dirk Nowitzki stattliche 23 Punkte ein beim 95:86-Erfolg. Die Walter Tigers können somit froh sein, dass sich Spielergewerkschaft und Klubbesitzer der nordamerikanischen Profi-liga Anfang Dezember doch noch geeinigt und den Spielbetrieb am ersten Weihnachtsfeiertag aufgenommen haben. Sonst würde besagter Durant den Tübinger Korbjägern am Wochenende wohl deutlich mehr als 23 Punkte um die Ohren hauen. Bekanntlich stand der samstägliche Gegner, der BBC Bayreuth, Mitte November in ernsthaften Verhandlungen mit dem US-Amerikaner.
So haben es die Jungs um Cheftrainer Igor Perovic »nur« mit Leuten wie Tyler Smith und Osvaldo Jeanty zu tun. Aber schon die beiden hatten den Tigers bei der desolaten 53:69-Hinspiel-Niederlage, dem schlechtesten Heim-Auftritt in dieser Saison, mächtig zugesetzt. Obwohl die Oberfranken aktuell mächtig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen haben, warnt Tigers-Pressesprecher Tobias Fischer. Zu Hause sind die Bayreuther eine Macht: »Man sollte bloß nicht glauben, dass die deshalb gegen uns eine schlechtere Chance haben.«
Heimweh bremst junge Tiger
»Wenn wir unsere Würfe treffen, dann können wir jeden schlagen«, mutmaßte das aktuelle Tübinger Aushängeschild Reggie Redding nach dem grandiosen Bayern-Spiel, wo er das erste Double-Double seiner Karriere in der Basketball-Bundesliga erzielte. Die Köpfe sind wieder frei durch den Heimaturlaub, den Coach Igor Perovic seinen Spielern während der Allstar-Spiel-Pause genehmigt hatte. »Es war wichtig für die Jungs, ihre Freunde und ihre Familien zu sehen«, erklärte der 37-Jährige. »Sie sind mit viel mehr Energie zurückgekehrt.«
In diesem Zusammenhang nahm Perovic einen Teil der Schuld für die zuletzt dürftigen Leistungen auf seine Schultern. Weil frühzeitig gebuchte Flüge deutlich günstiger sind, hatte er den Spielern bereits nach dem Sieg gegen Gießen unmittelbar vor Weihnachten gesagt, dass sie über die Allstar-Spiel-Pause nach Hause dürften. Die Folge: Aus den darauf folgenden fünf Spielen gab's nur einen Sieg.
Der Erfolg gegen Bayern sei sehr schnell abgehakt gewesen. Perovic: »Jetzt kommt ein neues, ein sehr wichtiges Spiel.« Die vielen Verletzten bei Bayreuth könnten aus seiner Sicht auch zum Nachteil werden: »Die gesunden Spieler sind entspannt und frei im Kopf, weil sie wissen, dass sie spielen. Das macht sie gefährlich.« Nach anfänglich 100-prozentiger Freiwurfquote (6 von 6) liegt Center Pavelas Cukinas mittlerweile nur noch bei 57,7 % - »darunter leidet sein Selbstvertrauen ein wenig«, erklärt Perovic und hofft auf Besserung. (GEA)