Basketball - Nachverpflichteter Center Javon McCrea soll bei den Tigers im Abstiegskampf den aggressiven Anführer geben. Coach Mathias Fischer setzt auf die Härte des 25-Jährigen

Javon McCrea soll Walter Tigers im Abstiegskampf führen

VON FRANK WILD

TÜBINGEN. Hoffnungsträger oder Heilsbringer - wie auch immer man Javon McCrea bezeichnen will. Der vor einer Woche nachverpflichtete Center soll bei den Tübinger Bundesliga-Basketballern die Wende zum Guten einleiten.

Javon McCrea. FOTO: EIBNER
Javon McCrea FOTO: Eibner
Dafür kann die Art und Weise gar nicht unorthodox genug sein. »Das erste harte Foul, das ich in dieser Saison in einer Partie von uns gesehen habe, hat Javon im Heimspiel gegen Braunschweig begangen«, berichtet der Tigers-Geschäftsführer Robert Wintermantel vor dem Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg am Samstag (20.30 Uhr) in der heimischen Paul-Horn-Arena und ergänzt: »Wir haben ein manchmal etwas zu nettes Team.«

McCrea sieht sich als aggressiver Anführer des Teams. »Diese Rolle steht mir. Da muss ich einfach ich sein.« Auf das grenzwertige Foul am vergangenen Samstag bei seinem Debüt angesprochen meint der 25 Jahre alte 113-Kilo-Koloss ganz lapidar: »Der Coach hat mich aufs Spielfeld geschickt, damit ich eine Botschaft aussende.« Eine klare Botschaft an die Kollegen nach dem Motto: Klagt nicht, kämpft.

Beim Tabellenschlusslicht weht ein anderer Wind, seit Mathias Fischer vor etwas mehr als drei Wochen das Traineramt des glück- und erfolglosen Tyron McCoy übernommen hat. Augenzeugen berichten von einem viel intensiveren Training, in dem regelmäßig Wettbewerb erzeugt wird. Und in das nun auch seit McCrea eine gesunde Härte Einzug gehalten hat. »Alles fängt mit dem Training an«, erklärt Fischer in diesem Zusammenhang.

»Wir haben ein manchmal etwas zu nettes Team«
 
Sein verlängerter Arm auf dem Feld ist diesbezüglich gerade nicht Kapitän Jared Jordan oder Barry Stewart, der in der vergangenen Saison in kritischen Situationen Verantwortung übernommen hatte, sondern der 2,11-Meter-Bulle McCrea. Mit schwierigen Situationen weiß der US-Amerikaner schon seit Kindstagen umzugehen. In Rochester im US-Bundesstaat New York aufgewachsen, dort, wo Themen wie Menschenrechte und die Anti-Sklaverei-Bewegung eine große Rolle spielen, hatte der Fan von NBA-Superstar LeBron James keine einfache Jugend. »Ich habe früh gelernt, mich durchzuboxen«, verrät der Korbjäger, der im November zum zweiten Mal bei medi Bayreuth angeheuert hat, wo er in der Saison 2014/15 seine Profikarriere begonnen hatte.

Konditionell ist McCrea, laut Co-Trainer Aleksandar Nadjfeji, noch nicht bei 100 Prozent. Kann er eigentlich auch gar nicht sein, weil der Kraftprotz in den neun Pflichtspielen für Bayreuth zuletzt durchschnittlich nur knappe sieben Minuten zum Einsatz kam. »Ich bin 100 Prozent fit«, erwidert der junge Mann, der seit knapp drei Jahren eine deutsche Freundin hat. McCrea strahlt einen unglaublichen Optimismus aus. Dieser muss sich nun aber auf die Mannschaft übertragen. Sonst wird's nichts mit einer 15. aufeinanderfolgenden Spielzeit in der Beletage des deutschen Basketballs für die Tigers.

»Wir müssen Javon in die Mannschaft einbauen und seine Spielzeit weiter ausbauen, damit er Stabilität bringt«, erklärt Fischer und fordert eine Mentalität nach der Devise: Brust raus, Kopf hoch. Ob das schon gegen den Tabellen-Dritten Ludwigsburg zum Erfolg führt, bleibt abzuwarten. Aber danach sind es ja immer noch 18 Spiele. (GEA)

Easly muss gehen

Nach der Verpflichtung von Javon McCrea stand Center-Kollege Tony Easley in den vergangenen beiden Partien nicht mehr im Kader. Die Walter Tigers wollen sich nun vom 30 Jahre alten US-Amerikaner trennen, der in bislang 13 Spielen durchschnittlich sechs Punkte erzielt hatte. »Tony wird uns wahrscheinlich in Richtung Italien verlassen«, berichtete Tigers-Manager Robert Wintermantel zum Stand. (wil)

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