Volleyball - Rottenburger unterliegen CV Mitteldeutschland mit 1:3. Im dritten Satz 24:20-Führung noch verspielt

TVR verschleudert möglichen Sieg

VON MICHAEL GRIMM

TÜBINGEN. Dirk Mehlberg klatschte seine linke Hand wutentbrannt auf die Spielerbank, verabschiedete sich nicht wie seine Teamkollegen reihum von den Fans in der Tübinger Paul-Horn-Arena und brüllte stattdessen seinen Ärger vor sich hin. Nicht mal Mannschaftsarzt Maik Schwitalle gelang es, den Rottenburger Außenangreifer nach dem bitteren 1:3 (19:25, 25:18, 26:28, 26:28) gegen den CV Mitteldeutschland zu beruhigen - Mehlberg bruddelte munter weiter, der Stachel der Niederlage saß tief.

Volleyball-Bundesligist TV Rottenburg hat sich wie schon vor einer Woche beim 0:3 in Bühl selbst um den Lohn gebracht, dabei war die Siegchance gegen CVM am Samstagabend vor knapp 2 000 Zuschauern noch beträchtlich höher gewesen als im Derby. »Das hätte uns nicht passieren dürfen«, meinte TVR-Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger nach dem Match gegen das Team aus Sachsen-Anhalt frustriert.

Punkt nicht gegeben

Nach einem äußerst schwachen Auftreten im ersten Satz, in dem die Hausherren im Wesentlichen von den Fehlern der Gäste gelebt hatten, war seine Mannschaft ins Rollen gekommen und hatte mit zahlreichen blitzsauberen Angriffsaktionen den zweiten Durchgang klar für sich entschieden. Der Satzausgleich wirkte nach dem schleppend verlaufenen Auftakt befreiend und die Rottenburger nahmen den neuen Schwung Erfolg versprechend mit.

Als Hans Cipowicz, der nach dürftigem Beginn wie Zuspieler Michael Neumeister ausgewechselt worden war, längst wieder mit von der Partie war, durch einen Monsterblock die 24:20-Führung erzwungen hatte, schien alles nach Plan zu verlaufen. Als nach zwei CVM-Punkten der Hauptschiedsrichter auch noch einen Rottenburger Zähler durch René Bahlburg nicht anerkannte und den Ball stattdessen ins Aus verlegte, wurde es jedoch wieder brenzlig. Und die Gäste glichen sogar aus, doch der TVR hatte zwei weitere Satzbälle - und verschleuderte die Chancen erneut. »So etwas muss man nach Hause bringen«, ärgerte sich Bahlburg hinterher.

Der Rottenburger Kapitän, mit 21 Punkten erfolgreichster Spieler der Begegnung, hielt die Domstädter auch im vierten Satz, der einer Achterbahnfahrt glich, im Spiel. 11:14 lagen die Hausherren im Hintreffen, führten plötzlich mit 17:15 und gerieten selbst wieder in Rückstand (19:20). Bahlburg punktete danach zwei Mal und erzielte auch die 22:21-Führung. Als CVM einen Aufschlag ins Netz setzte, hatte der TVR Satzball. Aber ein weiteres Mal vermochten sich die Rottenburger nicht durchzusetzen - die Gäste hatten mehr Stehvermögen und verwandelten ihren dritten Matchball.

Ernüchterung eingekehrt

Nach einigen Paukenschlägen, die den TVR zwischenzeitlich auf Tabellenrang fünf katapultiert hatten, ist Ernüchterung eingekehrt und der Klub findet sich auf Platz acht wider. Die Frische fehlt, auch die Unbekümmertheit, mit der die Rottenburger die Runde in Angriff genommen und sich ins Rampenlicht gespielt hatten. Die Mannschaft wollte ihr Level halten, setzte sich sich selbst zu stark unter Druck und scheiterte deshalb an den eigenen Erwartungen. »Meine Ansprüche sind nicht gestiegen«, betonte Trainer Müller-Angstenberger und fügte kämpferisch an: »Wir werden zurückkommen.« (GEA)



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