Volleyball - Der TV Rottenburg verliert das Derby gegen Bühl 0:3 und bleibt damit in der Bundesliga weiter sieglos

Phasenweise gut reicht dem TV Rottenburg nicht

VON DENIS RAISER

TÜBINGEN. »So hatten wir uns das nicht vorgestellt«, haderte Johannes Elsäßer nach dem deutlichen 0:3 (24:26, 19:25, 20:25) im Baden-Württemberg-Derby gegen die Volleyball Bisons Bühl. Der Libero und seine Mannschaftskollegen des TV Rottenburg hatten gegen den bis dahin um einen Platz besser dastehenden Tabellennachbarn vor 2 100 Zuschauer in der Tübinger Paul-Horn-Arena den ersten Sieg in der aktuellen Bundesliga-Saison angepeilt, dementsprechend angefressen war Elsäßer nach dem Spiel.

Rottenburgs Libero Johannes Elsäßer (vorne) streckt sich wie auch seine Teamkollegen vergeblich nach einem Bühler Angriffsball.
Rottenburgs Libero Johannes Elsäßer (vorne) streckt sich wie auch seine Teamkollegen vergeblich nach einem Bühler Angriffsball. FOTO: Markus Niethammer
Gegen Ende des ersten Satzes schien der erste Erfolg im vierten Spiel durchaus im Bereich des Möglichen. Nach frühem Rückstand kämpften sich die Rottenburger bis zum 18:18 wieder heran und lieferten sich danach ein Duell auf Augenhöhe mit den Gästen aus Baden. »Wir haben Bühl gut unter Druck gesetzt«, fand Mittelblocker Lars Wilmsen - trotzdem ging der Durchgang mit 24:26 verloren. »Wenn wir da gepunktet hätten, wäre es vielleicht ein ganz anderes Spiel geworden«, mutmaßte Wilmsen.

In den folgenden beiden Sätzen gerieten die Hausherren wieder früh in Rückstand, konnten diesen dann aber nicht mehr umbiegen. »Phasenweise haben wir das eigentlich ganz gut gemacht«, meinte Elsäßer, »aber wir konnten dann keinen Druck mehr aufbauen«. Gegen die Angriffswucht des russischen Diagonalangreifers Iurii Kruzhkov und des japanischen Außenangreifers Masahiro Yanagida (je 16 Punkte) konnte Rottenburg mit seinem schwachen Blockspiel und der teils unkonzentrierten Abwehr nicht dagegenhalten. »Die Annahme von mir war heute auch nicht wirklich gut«, gab der Libero selbstkritisch zu. Zusammen mit ein paar Aufschlagfehlern haben die Rottenburger zu viele Punkte leichtfertig hergeschenkt. »Wenn man dann immer nur einem Rückstand hinterherlaufen muss, ist das für den Kopf echt ermüdend«, sagt Elsäßer.

Nagels Rückkehr macht Mut

Was ist die Ursache für diese »leichten Fehler«? Laut Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger der gleiche Grund, den er schon seit der Vorbereitung immer wieder gebetsmühlenartig vorbringt: die fehlende Wettkampfhärte. »Es reicht aktuell noch nicht, um konstant das Tempo hochzuhalten«, sagt er. Das müsse man sich im Training Schritt für Schritt erarbeiten. Nach dem »Rückschritt« im Pokalspiel beim Ligarivalen Netzthoppers KW (0:3) hat Müller-Angstenberger gegen Bühl »wieder einen Schritt nach vorne« gesehen. In der Tabelle aber tritt der TVR auf der Stelle und bleibt mit einem Punkt auf dem vorletzten Platz. »Die Jungs dürfen jetzt nicht den Glauben an sich verlieren«, fordert Müller-Angstenberger angesichts der folgenden, richtungsweisenden Spiele. Nach dem Spiel beim Tabellenfünften SVG Lüneburg am Samstag (20 Uhr) kommt in drei Wochen der Tabellenletzte Bergische Volleys nach Tübingen.

Mittelblocker Wilmsen ist optimistisch, dass Rottenburg die Kurve in der »härtesten Bundesliga aller Zeiten« (Müller-Angstenberger) bekommt: »Wir sind auf einem guten Weg«. Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist die Rückkehr von Leitwolf Friederich Nagel. Der Mittelblocker stand nach seinem Bänderriss für wenige Minuten auf dem Feld, hielt sich mit Sprüngen aber noch zurück. Ab der kommenden Woche soll Nagel aber wieder voll angreifen können. (GEA)

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