TV Rottenburg
Friedrichshafen - Rottenburg 3:0 - Starke TVR-Leistung beim Rekordmeister im ersten Durchgang, aber zwei Satzbälle vergeben. Müller-Angstenberger macht Druck

»Die Wunde von Mittel- deutschland brennt weiter«

FRIEDRICHSHAFEN. Der Rekord-Meister war wieder mal eine Nummer zu groß: Volleyball-Bundesligist EnBW TV Rottenburg kassierte am Mittwochabend beim Champion VfB Friedrichshafen eine 0:3 (25:27, 16:25, 16:25)-Niederlage. Dass das Team durch den Satzgewinn zuletzt gegen Haching Selbstvertrauen gesammelt hatte, demonstrierte der erste Abschnitt, als die Bischofstädter die Mannschaft vom Bodensee um ein Haar überrascht hätten. Nachdem aber dieser Durchgang knapp verloren ging, nahm die Partie den erwarteten Verlauf, sodass der TVR die vierte Bundesliga-Niederlage in Serie seit Dezember nicht verhindern konnte.

»Insgesamt hat die Mannschaft eine Antwort auf die vorherigen Niederlagen gegeben. Die Wunde von Mitteldeutschland brennt aber weiter in uns«, erklärte Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger mit Blick auf den blamablen Auftritt vor elf Tagen. Die Mannschaft sei weiter gefordert. Bereits am Samstag (20 Uhr) hat sie dazu Gelegenheit, wenn der Tabellensechste Königs Wusterhausen in der Paul-Horn-Arena antritt.



Im ersten Satz machte seine Mannschaft bis kurz vor Schluss alles richtig. Sie kämpfte um jeden Ball, war mit Blocks zur Stelle und setzte sich auch im Angriff immer wieder gegen die Truppe von VfB-Coach Stelian Moculescu durch. Aus einem 14:16-Rückstand wurde eine knappe Führung. Beim Stande von 24:22 hatten die Rottenburger zwei Satzbälle, vergaben aber diese Chance und zogen vor 1 200 Zuschauern schließlich mit 25:27 den Kürzeren.

Ranner verletzt

Dass sein Team den Sack nicht zumachte, wollte Müller-Angstenberger den Spielern aber »nicht wirklich« zum Vorwurf machen. Vielmehr sah er den TVR in dieser Phase von den Referees klar benachteiligt, die den Gästen zwei technische Fehler zur Last legten. »Die Schiedsrichter haben's uns genommen«, ärgerte sich Müller-Angstenberger nach Spielschluss.

Hinzu kam, dass sich Mittelblocker Thomas Ranner in der Endphase des Satzes am Knie verletzte und fortan nicht mehr eingesetzt werden konnte. Eine Untersuchung des 24-Jährigen in der Klinik sollte Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen. »Nach seinem Ausfall waren die Spieler ein bisschen verunsichert«, berichtete Manager Jörg Papenheim. Die restlichen beiden Durchgänge waren dann eine klare Sache für das Friedrichshafener Star-Ensemble. Der Bundesliga-Zweite, der im Champions-League-Achtelfinale auf den französischen Klub Tours VB trifft, spielte nun seine Vorteile im Aufschlag aus. Rottenburg hatte jetzt Probleme in der Annahme und im Spielaufbau, sodass auch die Angriffs-Leistung spürbar nachließ. Bereits zur Mitte der beiden Sätze lag Friedrichshafen fünf Punkte vorn, der TVR fand nicht mehr ins Spiel des ersten Abschnitts zurück, eine Überraschung war nicht mehr drin.

Lob für Mehlberg

Im Angriff konnten sich Diagonalangreifer Falko Steinke und Außenangreifer Rene Bahlburg kaum noch durchsetzen. Besser machte es Dirk Mehlberg, der gegen die VfB-Asse eine gute Angriffs-Quote verzeichnete. Papenheim: »Dirk ist variabler und hat mehr Lösungsmöglichkeiten als die beiden anderen.« (GEA)



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