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Leichtathletik - Das Läufermeeting der »krummen Strecken« in Pliezhausen feiert 25. internationalen Geburtstag

Timo Benitz und sein Traum

VON GABRIELA THOMA

REUTLINGEN. Die Spitzen-Leichtathleten sind aus ihren teils wochenlangen Trainingslagern in den USA oder auf den Bahamas zurückgekehrt und nehmen ihre konkrete Wettkampfplanung ins Visier. Dabei bietet sich ihnen in der Region gleich zu Saisonbeginn das traditionelle Läufermeeting des LV Pliezhausen an, das am Sonntag, 17. Mai, im Schönbuchstadion seine insgesamt 31. Auflage und zugleich seinen 25. internationalen Geburtstag feiert.

Da in all den Jahren schon immer alles dabei war, was in der deutschen Laufszene über die Mittel- und Langstrecke Rang und Namen hat, rechnen die Organisatoren erneut mit attraktiven Starterfeldern. Schließlich sind die »krummen Strecken« traditionell der erste echte Härtetest des Leichtathletik-Jahres, das mit der Weltmeisterschaft in Peking im August seinen Höhepunkt hat. Und weil schon im Vorjahr die Saison für ihn nach seinem Start in Pliezhausen so famos verlaufen ist, hat Deutschlands Mittelstreckenhoffnung Timo Benitz von der LG farbtex Nordschwarzwald sein Kommen erneut angekündigt. Im Vorjahr sorgte der nur 59 Kilogramm schwere Lauffloh über die »krumme« Strecke von 1 000 Metern für eine Sensation und brachte fortan frischen Wind in die deutsche Mittelstrecken-Szene.

Der heute 23-Jährige düpierte vor 1 500 restlos begeisterten Zuschauern alle Favoriten. In dem wie nie zuvor hochklassigen Rennen – auch der eingebürgerte Läuferstar Homiyu Tesfaye war dabei – pulverisierte er mit der fantastischen Zeit von 2:16,90 Minuten den Meeting-Rekord des Kenianers Dickson Tuwei um mehr als zwei Sekunden (2:18,99). Damit setzte sich Benitz sogar an die Spitze der Weltjahres-Bestenliste.

Der Student der Luft- und Raumfahrttechnik knüppelte vor Jahresfrist am Schönbuchrand also fast so etwas wie den Lauf seines Lebens aus seinen Beinen heraus. »Dieses Rennen hat mir das gute Gefühl und die innere Ruhe gegeben, auf dem richtigen Weg zu sein«, kündigte er nun seine Titelverteidigung an. Mit dem Rückenwind von Pliezhausen muss er in dieser Freiluftsaison seine guten Vorjahres-Leistungen bestätigen, will er sein Fernziel Olympia 2016 in Rio erreichen. Wie seinen deutschen Meistertitel über die 1 500 Meter darf Benitz dabei auch seinen siebten Platz bei der EM 2014 in Zürich als Erfolg werten. Allein schon deshalb, weil es ein »so beinhartes und hakeliges Rennen« war, wie er es nach eigener Aussage noch nie zuvor in seiner Laufbahn erlebt hat.

All diese Erfahrungen sind für den ehrgeizigen jungen Mann aus Volkertshausen am Bodensee wichtig. Benitz, der in den meist taktisch geprägten Mittelstrecken-Rennen über einen unnachahmlichen Spurt verfügt, treibt ein Traum an: »Ich will bei Olympischen Spielen der beste weiße Läufer werden.« Den ersten Schritt in diese Richtung will er, der sich selbst als »Wettkampfsau« bezeichnet, nun in Pliezhausen tun. Gleiches hat der gesamte deutsche Langhürden-Kader im Sinn, für den Bundestrainer Volker Beck einmal mehr eine feste Zusage gab.

»Ich will bei Olympischen Spielen der beste weiße Läufer werden«
 
Außerdem hat der Dachverband DLV das Pliezhäuser Meeting als Normwettkampf für die U 20-Europameisterschaft im Juli in Schweden ausgelobt. Somit werden sich die weiblichen und männlichen Sprint-Stars von morgen vor allem über die 4 x 100-m-Staffel nicht nur messen, sondern mächtig ins Zeug legen. Für den Juniorinnen-Sprintkader des Gomaringer Trainers Alexander Seeger werden zudem weitere Läufe eingebaut. Auch die 3 000-m-Langstrecke der U 20-Läuferinnen sind als Norm-Wettkampf in Pliezhausen festgezurrt und versprechen, ein Leckerbissen zu werden.

Ein Zugpferd wird dabei eines der größten deutschen Talente sein: die 17 Jahre alte Alina Reh aus Laichingen. Der braune Lockenkopf von der Schwäbischen Alb lässt über die Langstrecke seit 2013 immer wieder aufhorchen. Zum Beispiel war sie als deutsche U 20-Meisterin mit 16:27,05 Minuten über 5 000 Meter so schnell wie keine andere Jugendliche in diesem Jahrtausend.

Über die 600- oder sogar über die 1 000-m-Strecke verspricht die deutsche Meisterin Christina Hering aus München ein packendes Duell gegen die Schweizerin Selina Büchel, die sich zuletzt in Prag über 800 Meter zu Europas Hallenmeisterin kürte. (GEA)



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