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Gehörlosen-Fußball - Ruhiger Sport auf hohem Niveau. Gastgeber GSV Reutlingen bei den Landes-Meisterschaften sieglos. Hardy Wolf: Es geht schon zur Sache

Schiedsrichter mit Fahne

VON LISAMARIE HAAS

METZINGEN. Wer bei diesem Fußballturnier einen hohen Geräuschpegel und laute Jubelrufe erwartete, hat sich gewundert. Selbst wenn ein Tor fiel, wurde nur aufgeregt mit den Armen gewinkt und nur einzelne Rufe schallten durch die Halle. Die Spieler würden das Jubelgeschrei auch nur leicht oder gar nicht hören, denn es handelte sich um die baden-württembergische Hallenmeisterschaft der Gehörlosen in der Schönbeinhalle in Metzingen.

Der GSV Reutlingen richtete diese Titelkämpfe zum zweiten Mal aus. Die Spieler zeigten deutlich, dass es lautes Geschrei oder mündliche Absprachen für einen guten, schnellen Fußball gar nicht braucht. »Wir haben hier ein hohes Niveau, das Einzige, worin sich mein Part unterscheidet, ist dass ich bei Fouls mit einer Fahne winke. Es ist ein ruhiges Turnier, aber es geht schon zur Sache«, erklärt Hardy Wolf, der Schiedsrichter-Obmann der Gruppe Esslingen.

Die Spieler verständigen sich durch Handzeichen, Absprachen erfolgen nur bei Blickkontakt und sehr gestenreich. Ruhig ist es also nur, was die Unterhaltungen und Anfeuerungsrufe angeht. Das Spiel leidet nicht darunter, dass die Protagonisten, was das Hören angeht, eingeschränkt sind.

Acht Vereine im Land

Insgesamt acht Vereine in Baden-Württemberg spielen eine gemeinsame Saison und treffen sich dann zum Meisterschaftsturnier. Die acht Mannschaften GSV Reutlingen, GSG Stuttgart, GSV Karlsruhe, GSKg Mannheim, GSV Heidelberg, GSV Freiburg, GSC Bodensee und GSV Ludwigsburg treten auch in einer eigenen Liga gegeneinander an. Wegen Spielermangels musste der GSV Reutlingen auf die Teilnahme an der Liga-Runde verzichten.

Bei dem Meisterschaftsturnier in Metzingen wurde in zwei Vierer-Gruppen gespielt. Ein Spiel dauerte jeweils zwei Mal zehn Minuten. Bei der Art des Hallenfußballs, die sich »Futsal« nennt, spielten die Mannschaften fünf gegen fünf auf Handballtore und gewechselt werden durfte fliegend und unbegrenzt. Der Ausrichter GSV Reutlingen, für den Paul Neu, Daniele Garattini, Alexander Kunz, Bahram Gharizadeh, Philipp Schaude, Asokumar Thirucheluomoorthy, Christian Rheindt und Marcel Weirich im Einsatz waren, blieb in der Vorrunde erfolglos. Im Spiel um Platz sieben scheiterten die Gastgeber an der Mannschaft des GSV Heidelberg. »Wir haben alle Spiele verloren und sind jetzt auf dem achten Platz, wie letztes Jahr. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Wir haben uns gefreut, dass wir das Turnier zum zweiten Mal ausrichten durften«, sagte Paul Neu, der Fußball-Leiter des GSV Reutlingen.

Um den Titel kämpften im Endspiel die GSG Stuttgart und der GSV Karlsruhe. Diese beiden Teams, die sich bereits im Vorjahr im Finale gegenüberstanden, haben sich für die deutschen Meisterschaften im Januar in Hildesheim qualifiziert. Wie im vergangenen Jahr setzte sich Stuttgart gegen Karlsruhe durch und gewann 4:1. Die Stuttgarter hatten bereits zuvor alle Begegnungen klar für sich entschieden. (GEA)



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