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Turnen - Elisabeth Seitz startet beim Heimwettkampf in Stuttgart nicht im Weltcup, sondern nur in der Mannschaft

Marcel Nguyen für Spektakuläres gut

VON GABRIELA THOMA

STUTTGART. Einfach wäre für Turner wirklich viel zu leicht. Die Athleten verlieren zwar an den verschiedenen Geräten mit ihren extremen Sprüngen, Salti und Flugteilen kopfüber und kopfunter selbst nicht die Orientierung, doch für die Zuschauer ist es kompliziert, immer den Überblick zu behalten. Doch wirklich schwierig wird es für die Spitzenturner und für die Sportfans, wenn es wie in diesem Jahr um die Olympia-Qualifikation geht. Nur wer bei der WM 2015 einen Podestplatz ergattert hat, ist direkt für die Sommerspiele qualifiziert. Ansonsten besitzt der Deutsche Turnerbund (DTB) bei den Frauen wie bei den Männern nur jeweils einen Quotenplatz.

Der wiederum kommt aber nur dann zum Tragen, wenn sich keine Mannschaft für Olympia qualifiziert. Von einem qualifizierten Team besitzen immer fünf Turner zusätzlich olympisches Einzelstartrecht. Aber bislang hat eben noch kein deutsches Team den Sprung zu den Spielen 2016 geschafft. Nur Pauline Schäfer ist als WM-Dritte auf dem Balken somit sicher bei Olympia dabei.

Stresstest für die Athleten

Alle anderen wie Fabian Hambüchen, Marcel Nguyen oder Elisabeth Seitz müssen daher noch um ihr Olympiaticket bangen. Eine allerletzte Olympia-Qualifikation steht für die deutschen Turner Mitte April beim vorolympischen Wettkampf in Rio an. Dort streiten sich die bei der WM von Platz neun bis 16 platzierten Nationen bei Frauen wie bei Männern noch um je vier freie Mannschaftsplätze à fünf Athleten. Genau an dieser Stelle kommt der Stuttgarter Turnpokal ins Spiel. Hier geht es ab heute, Freitag, nicht nur um Punkte und den finanziell attraktiven Weltcup, sondern um einen Startplatz eben für die Olympia-Ausscheidung vier Wochen später. Und weil noch fast alles ungewiss ist, haben die Bundestrainer Ulla Koch und Andreas Hirsch den Turncup zum Stresstest für ihre Athleten deklariert.

Jede Mannschaft braucht starke Einzelkämpfer, die sich dem großen Ganzen unterordnen, und in deren Schatten sich auch Talente weiterentwickeln können. Das Turnen an sich aber braucht Marken und gute Typen, um sich öffentlich gewinnbringend voranbringen zu können. Ein Spagat, der alles andere als locker zu vermitteln ist. So ist der Heimwettkampf für Elisabeth Seitz, die am Kunstturnforum Stuttgart wohnt und trainiert, dieses Mal kein echter Heimvorteil.

Die deutsche Mehrkampfmeisterin, die erst in der Vorwoche beim Weltcup in Glasgow Zweite war, wird nicht als Einzelmehrkämpferin beim Weltcup-Finale in Stuttgart starten. Interne, aber für alle Turner verbindliche Nominierungsrichtlinien verhindern dies. »Klar hätte ich mich riesig auf einen Einzel-Wettkampf gefreut. Das wäre für mich eines der tollsten Dinge gewesen. Aber ich habe die Kriterien nicht erfüllt. Das ist mein Pech«, erklärte die 22-Jährige am Donnerstag sichtlich enttäuscht. Damit geht die Olympiafinalistin von London 2012 im Mannschaftswettbewerb an den Start, während im Weltcup Pauline Schäfer und Sophie Scheder starten. »Wir müssen für unsere Glaubwürdigkeit unsere selbst aufgestellten Nominierungsregeln einhalten. Aber wir sind glücklich, dass wir bei den Frauen zurzeit insgesamt vier Top-Athletinnen haben, die miteinander konkurrieren und die Mannschaft nach Rio führen sollen und können«, sagte Bundestrainerin Ulla Koch.

Gleiches gilt für die Männer, bei denen – wie berichtet – Fabian Hambüchen verletzt ausfällt. Marcel Nguyen, der zweifache olympische Silbermedaillen-Gewinner von 2012 (Barren und Mehrkampf), und Andreas Bretschneider führen deshalb als Weltcup-Starter die deutsche Riege an. Nguyen feiert dabei sein Mehrkampf-Comeback. Er ließ beim Saisonstart vor zwei Wochen schon mit einer neuen, schwierigen Reckübung aufhorchen. »Er hat vier große Flieger dabei. Das ist erste Sahne«, sagte Bundestrainer Hirsch. Auch beim Mannschaftswettkampf, der als besondere Attraktion des DTB-Pokals auf dem Weg zu Olympia für die diversen Nationen heuer eminent wichtig ist, wird Spektakuläres erwartet. So mischen die Niederländer mit, bei denen Reck-Olympiasieger Epke Zonderland als »fliegender Holländer« bekanntlich mit einer atemberaubenden Flugshow aufwarten wird. (GEA)



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