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KOMMENTAR - Olympische Winterspiele in Pyeongchang

Kommentar: Sport war und ist ein Politikum

Von Dr. Christoph Fischer

Anfangs war das Säbelrasseln des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un, die martialische Reaktion des US-Präsidenten Donald Trump konnte nicht ausbleiben, am Ende starten die Nordkoreaner doch bei den 23. Olympischen Winterspielen im Feindesland. Und Kim Jong Uns Militärparade einen Tag vor der Eröffnungsfeier fiel eine Nummer kleiner aus als geplant. Das Motiv ist klar. Nordkorea will sich weltoffener zeigen, Olympia sozusagen als Mittel der politischen Propaganda. Aber was dem Westen der Welt recht ist, ist dem Diktator nur billig.

Olympia ist immer Politik. Und trotzdem ist die olympische Waffenruhe auch 2018 mehr als nur ein Symbol. Und dass Süd- und Nordkoreaner eine Mannschaft bilden, ist ein Zeichen. Wenn auch nur für 17 olympische Tage vermutlich.

Südkorea freut sich auf die Olympischen Spiele, das war 1988 in Seoul nicht anders. Und trotzdem musste Olympia von waffenstarrenden Soldaten bewacht werden, damals wie heute. Warum eigentlich sollte der Sport besser sein als das, was ihn weltweit politisch umgibt? Der Sport selbst ist ein Politikum. War er immer. Wird er immer bleiben.

Und deshalb ist es bei Olympia fast immer fast wie eine Erlösung, wenn die Wettbewerbe beginnen. Wenn es nur um Sport geht. Zumindest auf den ersten Blick. Und wenn dann die ersten Medaillen vergeben sind, am besten an die Athleten des eigenen Landes, stellt sich die olympische Stimmung relativ schnell ein. Wer jemals bei Olympia vor Ort war, weiß, was diese olympische Stimmung bewegt. Noch nie gab es Athletinnen und Athleten, die sich ihr entziehen konnten, nie hat auch nur einer schlecht über das olympische Dorf geredet, wo sich die Jugend der Welt trifft. Dieser Reiz ist besonders. Und wird besonders bleiben.

Die Wettkampfstätten in Pyeongchang sind alle fertig, anders als in Sotschi 2014, den Spielen des russischen Staatsdopings. Womit wir beim Thema sind. Die letzten Russen kämpfen bis zur Eröffnungsfeier um ihr Startrecht in Pyeongchang. Auch die Spiele in Südkorea werden vom Doping begleitet, auch diese Spiele sind trotz der Agenda 2020 teuer. Aber die umgerechnet zehn Milliarden Euro, die man in Südkorea investiert hat, sind doch ein Fortschritt gegenüber dem Gigantismus von Sotschi, der mehr als 50 Milliarden teuer war. Trotz alledem und alledem: Wir freuen uns auf Olympia. Immer und immer wieder.

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