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Fechten - Niederländer Bas Verwijlen holt den Pokal beim 12. Allstar-Cup. Lokalmatador Stephan Rein wird Fünfter

Ein Triumph mit Ansage

VON LUKAS SCHULT

BETZINGEN. »Ich hätte sehr gerne hier in der Heimat gewonnen«, war Lokalmatador Stephan Rein trotz seines fünften Platzes bei der zwölften Auflage des Reutlinger Allstar-Cups sichtlich geknickt. Der 26-jährige Weltklasse-Degenfechter startet zwar seit 2003 für den Heidenheimer SB, aufgewachsen ist der Sportsoldat aber in Kirchentellinsfurt. Der ehemalige Sportler der ausrichtenden TSG Reutlingen musste sich in der Finalrunde der besten Acht dem späteren Zweitplatzierten Jiri Beran aus Tschechien mit 11:15 geschlagen geben.

Feiern lassen durfte sich ein anderer. Der Niederländer Bas Verwijlen, der bereits im Vorfeld seine Ambitionen auf den Pott deutlich gemacht hatte, sicherte sich nach einem lange ausgeglichenen Gefecht gegen den Tschechen Beran den begehrten Pokal. Für den 31-jährigen Vize-Weltmeister von 2011 war es nach etlichen Anläufen der erste Triumph auf der Betzinger Planche. »Ich war eigentlich ein bisschen müde unter der Woche, deshalb bin ich umso glücklicher, dass ich gewonnen habe«, gab der Champion zu Protokoll und verriet sein Erfolgsgeheimnis. »Das Erfolgsrezept war vielleicht der Wurstsalat in unserer Sickenhäuser Unterkunft«, schmunzelte der Blondschopf. Dabei trafen im finalen Gefecht zwei komplett unterschiedliche Typen aufeinander. Verwijlen, der als extrovertiert gilt, tat sich gegen den in sich ruhenden Tschechen sehr schwer. Erst im letzten Drittel des Duells gelang es dem späteren Sieger, die entscheidenden Treffer zu setzen. Die Bronzemedaille sicherte sich Christoph Kneip vom TSV Bayer 04 Leverkusen gemeinsam mit dem zweiten Niederländer Tristan Tulen. Insgesamt 180 Starter kreuzten am Wochenende im größten Reutlinger Teilort die Klingen. Kurzfristig abgemeldet hatte sich Jörg Fiedler. Bester Fechter der TSG war Bastian Lindenmann, der sich als 38. in die Ergebnisliste eintrug.

Mischung aus Schach und Boxen

Das Turnier hat sich bereits fest im Wettkampfkalender der Topathleten etabliert. Auch in diesem Jahr sparten die Teilnehmer nicht mit Lob an der ausrichtenden TSG. Für Bundestrainer Didier Ollagnon ist das Qualifikationsturnier für die deutsche Rangliste ebenfalls eine wichtige Standortbestimmung. »Speziell mit der Leistung von Stephan Rein bin ich sehr zufrieden«, lobte der 52-jährige Franzose, der seit 2009 im Amt ist. Im Fechtsport ist nicht nur Konzentration, sondern auch eine enorme Fitness von Nöten. »Fechten ist wie Schachspielen und Boxen zusammen«, erklärte der Coach, der einst im französischen Nachwuchskader stand.

Um den Nachwuchs muss sich die Sportart speziell in der Achalmstadt keine Sorgen. 146 Mitglieder zählt die Fechtabteilung der TSG aktuell. »Rund 85 Prozent davon sind Kinder- und Jugendliche«, freute sich Abteilungsleiter und Organisator Christoph Weiblen. Gefeiert wurde auch der 50. Geburtstag des Hauptsponsors. Das Reutlinger Unternehmen Allstar hat sich zum Weltmarktführer im Fechtsport entwickelt und liefert nach 1992 bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 erstmals wieder die offizielle Wettkampf-Technik. (GEA)



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