Tübingen - Braunschweig 104:112 - Schmerzliche Niederlage im Kampf um die Play-off-Ränge. Tigers-Star Nadjfeji und Spielmacher Ratkovica verletzt
Das tut weh
Von Frank Wild
TÜBINGEN. Es dauerte fast eine Stunde, bis die lädierten Tübinger Basketballer Aleksandar Nadjfeji (linke Wade) und Branislav Ratkovica (linkes Knie) nach dem 104:112 nach Verlängerung (90:90, 42:47) aus der Kabine humpelten. Und es war nicht wirklich klar, was mehr wehtat: die Verletzungen oder die bittere Niederlage gegen den Bundesliga-Konkurrenten Braunschweig. »Das war schmerzlich für uns«, sagte ein »sehr enttäuschter« Cheftrainer Igor Perovic, dem klar ist, dass die Chancen auf den ersten Einzug in die Runde der letzten Acht jetzt nur noch theoretischer Natur sind.
Der Tigers-Distanzschütze Michael Jenkins. GEA-ARCHIVBILD: PACHER
»Der Play-off-Traum ist so ziemlich ausgeträumt«, meinte auch ein niedergeschlagener Tigers-Topscorer Michael Jenkins, dessen 19 Punkte am Ende nicht zum Sieg reichen sollten. Vor allem der Braunschweiger Nationalspieler Heiko Schaffartzik wurde für die Hausherren vor 2 500 Zuschauern wieder mal zum Alptraum. 2008 entschied der mittlerweile 26-Jährige im Trikot der Ludwigsburger das Pokal-Viertelfinale mit 20 Punkten für seine Farben. Am Samstag holte der Regisseur seine Braunschweiger zum Ende der regulären Spielzeit mit drei verwandelten Dreipunkte-Würfen binnen einer Minute zurück in die Partie.
Vier Fahrkarten
Die Gastgeber hatten bereits mit 86:76 (38.) geführt. Im Schlussviertel leisteten sich Ratkovica und seine Mannen aber gleich vier Fahrkarten von der Freiwurflinie. Braunschweig musste in Nationalspieler Yassin Idbihi (12 Punkte), Jason Cain (14) und Marcus Corree (9) zudem auf drei treffsichere »Lange« verzichten, weil sie wegen fünf Fouls des Feldes verwiesen wurden. Die Tübinger Chancen auf einen Sieg waren also durchaus gut, zumal Aufbauspieler Steven Wright (8) gegen seine alten Teamkollegen offensiv deutlich besser agierte als in den vergangenen Wochen.
Die Schützlinge von Tigers-Coach Perovic waren zu »soft« ins Spiel gegangen, rappelten sich allerdings zum Ende des ersten Viertels auf. Beim Stand von 59:58 (26.) lagen die Mannen um Kapitän Jay Thomas erstmals in Front. Alles lief bestens. Die Tübinger zwangen den Gegner in dieser Phase erfolgreich zu Fehlern. Das Zusammenspiel zwischen Tigers-Star Nadjfeji und Spielmacher Ratkovica klappte hervorragend. Letzterer glänzte durch 17 Punkte und zehn Korbvorlagen mit dem ersten »Double-Double« seiner BBL-Karriere. Das sollte allerdings nichts daran ändern, dass sein Team es nicht schaffte, den Sack zu zu machen und deshalb die vierte Niederlage in Serie hinnehmen musste. (GEA)