ROTTENBURG. Der Volleyball-Bundesligist EnBW TV Rottenburg will nach der durchwachsenen vergangenen Saison auf erfahrenere Akteure setzen: Als ersten Zugang präsentierte der Klub den Zuspieler Gergely Chowanski, der zuletzt beim Absteiger Wuppertal Titans zwei Jahre als Spielertrainer fungiert hat und beim TVR einen Einjahresvertrag unterzeichnete. »Er ist ein richtiger Führungsspieler, der sich schon einen Namen gemacht hat und der uns auf einer zentralen Position einen Schritt nach vorne bringt«, lobte Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger seinen ehemaligen Kollegen und neuen Akteur.
Chowanski wurde im ungarischen Györ geboren und kam im Alter von zwei Jahren nach Deutschland. Über die Jugendstationen SSC und VCO Berlin kam der Zuspieler nach Wuppertal, wo er elf Jahre baggerte und schmetterte. Der lizenzierte Coach und Vermögensberater erfüllte sich mit dem Wechsel nach Rottenburg den »Herzenswunsch, noch einige Jahre als Spieler aktiv zu sein«. Während Müller-Angstenberger in Chowanski seinen »verlängerten Arm« auf dem Feld sieht, freut sich der Führungsspieler auf neue Freiheiten: »Als Spielertrainer entwickelt man einen eigenen Blick auf das Geschehen, als reiner Spieler kann man freier und ungebundener agieren.«
Keine Entscheidung bei Steinke
Mit der Verpflichtung des 30-Jährigen plant der TV Rottenburg einen Strategiewechsel. »Wir haben hier eigentlich immer nur mit jungen Spielern gearbeitet, nach dem Motto 'heiß, hungrig, willig', aber ohne Vorbilder im Team können die Jungen nicht zu Führungsspielern reifen«, erklärte Müller-Angstenberger. »Diese bisherige Struktur hatte ein Hierarchie- und Führungsproblem«, bilanzierte der Rottenburger Coach. Nun sucht der Klub noch »zwei oder drei« erfahrene Akteure, um dem Team mehr Stabilität zu geben. Auch die Verpflichtung eines Nationalspielers sei denkbar, deutete Müller-Angstenberger an.
Die Entscheidung, ob Falko Steinke dem TVR erhalten bleibt oder nicht, ist noch nicht gefallen. Mehrere Klubs sind an seiner Verpflichtung interessiert. Ursprünglich wollte sich der von Bundestrainer Raul Lozano für das deutsche Aufgebot der World League nominierte Diagonalspieler bis Ende April entscheiden. »Die Tendenz sieht eher nach Abschied aus«, so Manager Jörg Pappenheim. Um weitere Routiniers verpflichten zu können gilt es für die Rottenburger, in Zukunft mehr Sponsorengelder zu generieren. Pappenheim: »Wir müssen einen deutlichen Schritt vorankommen. Die Zeichen sind aber gut.« (GEA)