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Pferdesport - Isabell Werth, die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, ist noch lange nicht müde: »Kein altes Eisen«

Weihegold soll in Stuttgart starten

VON FRANK PLEYER

STUTTGART. Isabell Werth könnte schon fast in Stuttgart eine Zweitwohnung nehmen. Schließlich ist die 48-Jährige im Lauf ihrer langen Karriere schon Dutzende Male von Rheinberg in die Landesmetropole gereist. Zum Stuttgarter Weltklasse-Turnier German Masters hat die beste Dressur-Reiterin der Welt eine enge Bindung. Was nicht nur daran liegt, dass sie hier schon 13 Mal im Grand Prix Special gewann und sieben Mal die Kür für sich entschied. »Das ist ein Turnier, das ich sehr schätze, liebe, mag, weil es von den Zuschauern emotionalisiert wird und Top-Bedingungen bietet«, sagt Werth, die auch bei der 33. Auflage der Veranstaltung im November antreten und nach derzeitigem Stand ihr Gold-Pferd Weihegold reiten wird.

»Es ist im Plan, sie in der Weltcup-Prüfung einzusetzen«, sagt die Amazone über ihre zwölfjährige Stute, die sie nur »Weihe« nennt. Das Paradepferd, das Werth zu drei Europameisterschafts-Titeln in Göteborg trug, hat seit den Tagen von Schweden eine Ruhepause. Das schlägt sich offenbar auf das Erscheinungsbild nieder. »Weihe hat ein leichtes Bäuchlein«, berichtet Werth in Stuttgart schmunzelnd.

Die Pause hat sich die Oldenburger Stute redlich verdient. In der Göteborger Kür präsentierte sie sich zusammen mit Werth nahe der Perfektion. In einem Wettbewerb, der aufgrund ihres deutschen Konkurrenten Sönke Rothenberger im Sattel von Cosmo zu einem Krimi ohnegleichen wurde. Am Ende trennte nur ein Hauch die nunmehr 17-fache Europameisterin (90,982 Prozent) vom Silbermedaillengewinner aus Bad Homburg, der auf 90,614 Prozent kam. Zuvor hatte Werth bereits mit der deutschen Equipe sowie im Grand Prix Special triumphiert. »Göteborg war eine sehr, sehr erfreuliche EM. Weihe ging an allen Tagen nahezu fehlerlos«, lobte Werth ihr Pferd.

Bei den weitläufigen, stimmungsvollen Titelkämpfen in Schweden, wo sie tagsüber auf der Reitanlage nie weniger als zehn Kilometer zu Fuß unterwegs war, hatte sie im Gegensatz zu einigen anderen Beobachtern der Dressur-Szene der starke Auftritt Rothenbergers keineswegs überrascht. »Ich hatte ihn voll auf der Rechnung«, sagt die studierte Juristin, die einen eigenen Turnier- und Ausbildungsstall in Rheinberg betreibt, über den Senkrechtstarter.

Dass danach einige Medien schon über eine bevorstehende Wachablösung spekulierten, quittiert die siebenfache Weltmeisterin mit der Gelassenheit der langjährigen Weltklasse-Reiterin. Sie habe kein Problem mit diesem Thema, sagt die Ausnahme-Sportlerin, die vor 28 Jahren erstmals EM-Gold (damals mit der Mannschaft) gewonnen hat. »Ich fühle mich noch nicht zum alten Eisen gehörend. Es macht mir nach wie vor Riesen-Spaß. Göteborg war ein herrlicher Wettkampf.«

Kaum Zeit zum Abschalten

Solange sie wettkampffähig sei, wolle sie weiter mitmischen. Auch wenn angesichts ihres Full-Time-Jobs und der Reisen zu Turnieren für Werth, deren Sohn Frederik inzwischen acht Jahre alt ist, Zeit zum Abschalten nach eigener Aussage nur wenig bleibt. »Zum Abschalten muss man wegfahren«, sagt sie.

Im November kommt sie erneut nach Stuttgart. Die Dressur-Königin war gespannt, wie sie nicht verhehlt, ob die neue Turnierleitung das bisherige Dressur-Programm beibehalten würde. Am Montag gab es Entwarnung. Auch in diesem Jahr werden vom 15. bis 19. November unter anderem eine Weltcup-Kür sowie ein Grand Prix Special in der Schleyer-Halle ausgetragen.

Nach der Vorjahrs-Veranstaltung waren die Männer der ersten Stunde - der damalige Turnierleiter Gotthilf Riexinger sowie der Technische Leiter Hauke Schmidt - ausgeschieden. Die Turnierleitung liegt nun in Händen des Trios Andreas Krieg, Kai Huttrop-Hage und Carsten Rotermund. Krieg: »Unser Bestreben ist es, wieder die besten Leute nach Stuttgart zu holen.« (GEA)



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