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Tennis - Deutsche Damen unterliegen trotz großer Leistung Tschechien mit 1:4 und starten die Mission Klassenerhalt

»Schon heiß auf die nächste Partie«

VON GABRIELA THOMA

STUTTGART. Kaum waren die ersten Tränen getrocknet, flossen schon die nächsten.

Nachdem Sabine Lisicki am Sonntag im Fed Cup gegen Titelverteidiger Tschechien auch ihr zweites Einzel verloren hatte und damit die Chance auf den Einzug ins Halbfinale des prestigeträchtigen Mannschafts-Wettbewerbes für die deutschen Tennis-Nationalmannschaft der Damen endgültig dahin war, musste die Berlinerin erneut weinen.

Aber dieses Mal nur ganz kurz, denn sie hatte alles gegeben und musste sich keinen Vorwurf machen. »Wir verlieren und wir gewinnen gemeinsam«, sagte sie trotzig nach der 1:4-Niederlage ihrer Mannschaft im Erstrundenspiel der Weltgruppe. Im Gegensatz zum Auftakt, als die 24-jährige Weltranglisten-14. überraschend in drei Sätzen (6:2, 4:6, 2:6) gegen die 35 Plätze schlechter postierte Iveta Benesova verloren hatte, zeigte sie sich gegen die Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova um eine Klasse besser. Aggressiv und risikofreudig forderte Sabine Lisicki der favorisierten Weltranglisten-Zweiten mit millimetergenauen Rückhand-Longline- und Crossbällen sowie mit ihrem starken Aufschlag und eingestreuten Lobs alles ab.



Partystimmung in der Halle


Sie schnupperte daran, der bärenstarken Petra Kvitova endgültig den Schneid abzukaufen, um so ihrer Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand vom ersten Tag bis zum Ende doch noch ein Türchen offen zu halten. Aber es sollte einfach nicht sein. Mit 6:7 (2:7), 6:4, 6:1 behielt die 21-Jährige aus Fulnek die Oberhand, weil sie kühl bis ans Herz und damit nervenstark immer noch eine bessere Antwort als die Deutsche parat hatte.

Trotz klar verlorenem ersten Satz reichte der tschechischen Nummer eins im letzten Spiel des zweiten Satzes eine winzige Schwäche der Berlinerin, um mit einem Break nach Sätzen auszugleichen. Danach hatte die Ausnahmespielerin Lisickis Gegenwehr endgültig durchbrochen, obgleich die restlos begeisterten 4 000 Zuschauer wie schon am Vortag unermüdlich mit stehenden Ovationen lautstark für sie alles gaben.

Und Marathon-Frau Petra Kvitova, die schon am Vortag nach über zwei Stunden in einem Weltklasse-Match Julia Görges mit 3:6, 6:3, 10:8 bezwungen hatte, machte nach erneut zwei Stunden die vorentscheidende 3:0-Führung ihrer Mannschaft perfekt. Sie meinte später fast ketzerisch: »Ich habe gar nicht einmal so gut gespielt.« Sei's drum: Sofort erlaubten sich die Gäste auf dem Platz ein Jubel-Tänzchen, während sich alle deutschen Spielerinnen um die tief geknickte Sabine Lisicki versammelten und sie sowie sich selbst trösteten. »Meine Enttäuschung ist schon riesengroß. Aber ich bin froh, dass ich nach dem Auftaktmatch, in dem ich den Faden verloren hatte, gegen Petra Kvitova wieder zu meinem Spiel und zu meinen langen Bällen gefunden habe und mich steigern konnte«, sagte anschließend die deutsche Hoffnungsträgerin, um gleich den Blick in die Zukunft zu richten.

»Es sind nur Nuancen, und ich lerne aus so einem Spiel enorm«, so Sabine Lisicki: »Irgendwann wird sich das Blatt wenden, und dann mache ich die entscheidenden Punkte.« Ähnliches hatte sich die bravourös kämpfende Julia Görges tags zuvor nach ihrer knappen Niederlage gegen Kvitova gedacht. Deshalb schworen sich die deutschen Spielerinnen noch in Stuttgart sofort auf das wichtige Relegationsspiel in vier Wochen um den Verbleib in der Weltgruppe ein. Das DTB-Team ist seit 2005 insgesamt dreimal ab- und viermal aufgestiegen und besitzt somit viel Erfahrung im Platzierungskampf.

»Wir haben doch so ein starkes Team und sind schon jetzt heiß auf die nächste Partie. Wir werden zurückkommen«, zeigte Lisicki sofort wieder Biss. Für den Ehrenpunkt hatte Angelique Kerber gesorgt. Die Linkshänderin siegte mit 6:4, 6:4 gegen Lucie Hradecka und anschließend bilanzierte Teamchefin Barbara Rittner: »Wir konnten sehen, wie viel Potenzial die Mädels haben. Nicht nur spielerisch, sie können die Menschen auch begeistern.« (GEA)



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