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Frauen-U 20-WM - Deutsches Team trifft nach 4:1 gegen Frankreich im Viertelfinale auf Nordkorea. Kim Kulig bereitet Treffer vor. Alexandra Popp glänzt mit Dreierpack

Verteidigerin als Torjägerin

VON FRANK PLEYER

AUGSBURG. Da sag noch einer, die deutschen Nachwuchs-Fußballerinnen hätten keine Fans. Aus Dresden, dem Emsland und sogar aus Hamburg waren sie ins Augsburger WM-Stadion gekommen. Vorwiegend Kinder und Jugendliche, die ihre Mathe- und Erdkunde-Bücher mit Vuvuzelas vertauscht hatten, feuerten das Team an. Und sie wurden für ihre Unterstützung am bayrischen Schulwandertag reich belohnt: Die Mannschaft des Gastgebers der U 20-WM schickte Frankreich mit 4:1 (2:0) vom Feld.

»Unser einziges Ziel war, 90 Minuten lang nach vorn zu spielen und Gruppensieger zu werden. Das haben wir geschafft«, freute sich Bundestrainerin Maren Meinert, deren Team im Viertelfinale nun am Samstag (18 Uhr) in Bochum auf Nordkorea trifft.

Zwar war die Abwehr nicht sattelfest, aber dafür hat die Weltmeisterin von 2003 ja Alexandra Popp. Die Duisburgerin, die bereits gegen Costa Rica (4:2) zwei Mal und gegen Kolumbien (3:1) ein Mal getroffen hatte, steuerte ihre Turniertreffer Nummer vier, fünf und sechs bei. Zunächst staubte die 19-Jährige zum 1:0 ab, nachdem die agile Frankfurterin Svenja Huth an der französischen Torhüterin Laetitia Philippe gescheitert war (10.). Dann verwertete Popp einen langen Ball von Marith Prießen (Bayer Leverkusen) mit einem gefühlvollen Heber zum 2:0 (35.). Schließlich markierte sie nach dem französischen Anschlusstor durch Pauline Crammer (47.) auch das 3:1. Dzsenifer Marozsan verlängerte, und Popp schloss den Konter mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ab (60.).

»Wir hatten uns viel vorgenommen. Um so glücklicher bin ich, dass ich die drei Tore gemacht habe«, lächelte die herausragende Akteurin nach ihrem Husarenstreich vor 26 273 Zuschauern. Das Kuriose an der Situation ist, dass Popp in ihrem Verein auf einer ganz anderen Position spielt: Beim DFB-Pokalsieger FCR Duisburg wird die Torjägerin als Verteidigerin auf der linken Seite eingesetzt. »Ich ziehe es vor, weiter vorne zu spielen, aber bei uns im Klub haben wir mit Grings oder Laudehr so viele starke Offensivspielerinnen, dass ich froh bin, überhaupt zu spielen«, erklärte Popp.

Schwache Schiedsrichterin

Die U 20-Kolleginnen wissen, was sie an der umfunktionierten Defensivspielerin haben. »Das macht sie richtig gut«, lobte FCR-Teamkollegin Marina Hegering. Und Kim Kulig ergänzte: »Wir sind froh, dass wir sie haben.« Die Poltringerin war erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz gekommen. »Ich war zwei Tage krank«, sagte die Europameisterin. Sie bereitete dann den 4:1-Endstand vor, Maroszan musste nur noch einschieben (73.). »Das war ein richtig guter Pass«, lobte die Torschützin Kulig.

Eine schwache Leistung zeigte das Schiedsrichter-Gespann. Erst machte Alexandra Ihringova dem deutschen Team ein Elfmeter-Geschenk, als Turid Knaak zu Fall kam. Hegering traf jedoch nur den Pfosten (8.). Dann erkannte die Engländerin beim Stand von 4:1 ein klares französisches Tor von Lea Rubio nicht an (79.). »Der Ball war gut einen Meter hinter der Linie«, haderte Frankreichs Trainer Jean Degrange. (GEA)


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