Minden - Neuhausen 34:32 - Ermstäler vor der Pause abwehrschwach. »Unbändiger Wille in der zweiten Hälfte«
Tolle Aufholjagd ohne Happy End
VON MANFRED KRETSCHMER
MINDEN. Es hat nicht sollen sein. Die Zweitliga-Handballer des TV Neuhausen zeigten im Schlagerspiel in Minden in der zweiten Hälfte eine bravouröse Leistung, wurden allerdings nicht belohnt. Beim TSV GWD Minden verloren die Ermstäler mit 32:34 (15:21), nehmen aber weiterhin den zweiten Platz ein.
»In der ersten Halbzeit kassierten wir 21 Gegentore, das ist untypisch für uns«, legte TVN-Trainer Markus Gaugisch den Finger in die Wunde. »Normalerweise erhalten wir 25/26 Gegentreffer in 60 Minuten.« Mit der Leistung seiner Schützlinge in der zweiten Hälfte war Gaugisch sehr zufrieden: »Da haben wir uns gut verkauft, unbändigen Willen und Spielwitz gezeigt«, so der Neuhäuser Kommandogeber.
In den Schlussminuten habe seiner Truppe »ein bisschen Abgezocktheit gefehlt«. In der Tat ließ Neuhausen im zweiten Durchgang zu viele Chancen liegen.
35. Minute: Nach dem Sechs-Tore-Rückstand zur Pause lagen die Gäste mit 18:23 im Hintertreffen, als Kapitän Aleksandar Stevic nach einem Konterangriff frei stehend an Mindens Keeper Jens Vortmann scheiterte.
45. Minute: Der TVN hatte sich auf 24:27 herangekämpft. Andreas Schröder, der insgesamt eine bärenstarke Leistung zeigte und mit neun Treffern bester Torschütze dieser Partie war, kämpfte sich durch, kam am Kreis zum Wurf, fand allerdings in Keeper Anders Martin Persson seinen Meister.
49. Minute: Und wieder verpassten es die Ermstäler, erstmals im zweiten Durchgang auf zwei Tore heranzukommen. Diesmal entschärfte der Schwede Persson nach einem Konter den Wurf von Alexander Trost.
53. Minute: Neuhausen lag 27:30 hinten, als Ralf Bader am Kreis gestoppt wurde. Zumindest ein Freiwurf wäre in dieser Szene angebracht gewesen.
53. Minute: Goalgetter Marcel Schiller wurde beim Stand von 30:27 für den Spitzenreiter hart bedrängt, warf dennoch von der Linksaußen-Position aufs Gehäuse und scheiterte an Persson.
55. Minute: Der TVN war mit 28:31 im Rückstand, als Bader frei zum Wurf kam. Wieder war Persson zur Stelle.
Die Gaugisch-Schützlinge ließen sich von diesen vergebenen Chancen nichts in Bockshorn jagen. Drei Minuten und drei Sekunden vor Schluss markierte Jeremias Rose den Anschluss zum 30:31. Christoph Steinert sorgte vor 2 700 Zuschauern in der Kampa-Halle für den 32. Treffer der Hausherren. Schließlich traf Schröder zum 32:31.
Noch waren eine Minute und 56 Sekunden zu spielen. Der stark aufspielende Mindener Rechtsaußen Aleksandar Svitlica zeichnete für den Treffer zum 33:31 verantwortlich, ehe Schiller 27 Sekunden vor Feierabend seine Farben wieder auf einen Treffer heranbrachte. Neun Sekunden vor Schluss zerstörte Steinert die TVN-Hoffnungen auf einen Punktgewinn 34:32.
Verantwortlich für die Niederlage war eine unbefriedigende Leistung der Neuhäuser im ersten Durchgang. Nach 14 Minuten lagen die Gäste mit 10:9 vorne, kassierten dann in sieben Minuten sieben Gegentore und sahen sich mit 11:16 im Hintertreffen.
»Wir haben uns in der ersten Halbzeit in der Abwehr versteckt«, formulierte Bader. »Wir haben vergessen, was wichtig ist: nämlich mutig zu agieren.« Nach dem Seitenwechsel, so Bader, habe es der TVN »perfekt gemacht. Minden musste um jedes Tor hart kämpfen«.
Neuhausens Linksaußen Schiller meinte: »Wir haben die erste Hälfte total verpennt.« Ihm und seinen Teamkollegen seien »zu viele einfache Fehler« unterlaufen. »Nach der Pause haben wir Minden mit unserer guten Abwehrarbeit weh getan.« In der Endphase allerdings »haben wir einige gute Gelegenheiten ausgelassen. Und das tat uns richtig weh«, so Schiller. (GEA)