Motorsport
Formel 1 - WM-Titel im Eiltempo verteidigt. Das Ausnahmetalent aus Heppenheim schreibt weiteres Kapitel im Geschichtsbuch. So überlegen, wie es einst Schumacher in seinen besten Zeiten war. Wohlfühlfaktor zählt

Vettel fährt in eigener Liga

VON FRANK PLEYER

Wer tatsächlich geglaubt hatte, Sebastian Vettel sei nur eine Eintagesfliege in der Formel 1, sah sich spätestens in diesem Jahr eines Besseren belehrt. War sein erster WM-Titel vor Jahresfrist erst in letzter Minute perfekt gemacht worden, so dominierte der Heppenheimer nun die Konkurrenz in einer Weise, die nur mit den allerbesten Zeiten eines Michael Schumacher verglichen werden kann.

Ganz im Stile des Rekord-Champions fuhr der Hesse die Konkurrenz in Grund und Boden und sicherte sich bereits vier Rennen vor Schluss erneut die Weltmeisterschaft. Elf Grand-Prix-Siege ließen die Verfolger fast verzweifeln, mit der Rekordzahl von 15 Pole Positions schrieb er ein weiteres Kapitel im Geschichtsbuch der Königsklasse - und das alles erst mit 24 Jahren. Wenn Schumachers einstiger Ziehvater Flavio Briatore Vettels Überlegenheit mit dessen überragendem Red-Bull-Boliden begründen will, trifft das nicht des Pudels Kern.



Ein gutes Auto zu haben, ist das Eine. Aus ihm das Optimale herauszuholen, das Andere. Vettels Teamkollege Mark Webber hatte genau die gleiche technische Ausgangslage, musste sich aber mit WM-Rang drei hinter McLaren-Fahrer Button begnügen. Das sagt alles über die Extra-Klasse Vettels aus.

Auch wenn bisweilen der Eindruck entsteht, dem Champion würden die Erfolge förmlich zufliegen - die Realität sieht anders aus. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hebt die Qualitäten des Aushängeschildes hervor: Talent, Disziplin, Konzentration und Konstanz. Dazu noch der unbändige Wille, sich immer weiter verbessern zu wollen. Diese Eigenschaften haben den Strahlemann erst zum Überflieger werden lassen.

Müßig, darüber zu spekulieren, wann er im Cockpit des Mythos Ferrari sitzen wird. Bei Red Bull kommt außer dem auf ihn ausgerichteten Team noch der Wohlfühlfaktor dazu. Was der österreichisch-englische Rennstall ihm bieten kann, ist weit mehr als nur, ihm einen brillanten Wagen hinzustellen. Das weiß keiner besser als Vettel selbst. (GEA)



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