Motorsport
Urgestein - Der Tübinger Marc Fischer war der erste deutsche Vollprofi unter den akrobatischen Höhenfliegern. Als Manager bei Shows auch viel im Ausland unterwegs

Mister Freestyle

Von Frank Pleyer

48. Reutlinger ADAC Motocross
Machte einen Abstecher auf die Rennstrecke: Marc Fischer kam zwei Mal auf den 14. Rang. FOTO: Uschi Pacher
REUTLINGEN. Wenn die tollkühnen Freestyler in Reutlingen die Zuschauer in ihren Bann ziehen, ist Marc Fischer nicht weit. Höhenflüge am Sportpark ohne den Tübinger? - undenkbar. Auch wenn er inzwischen bei Shows nicht mehr selbst Kunststücke auf dem Motorrad zeigt, sondern nur noch auf dem Sprunghügel steht und das Ganze moderiert.

»Es macht auch so Spaß«, sagt der 33-Jährige, den seit 25 Jahren die Leidenschaft für das Moto-Cross gepackt hat. Zunächst fing alles ganz klein an. Auf einer 50-ccm-Maschine drehte er die ersten Runden, später ging's hinauf bis zu 250er-Zweitaktern. In der Inter-DM im Duell mit internationalen Assen fuhr Fischer in die Punkte-Ränge. Renn-Profi ist er allerdings nie geworden. »Ich war nicht gut genug. Es ist schwierig, das zu finanzieren.«

Dafür aber kam gerade in dieser Zeit eine neue Sportart hoch. In den USA entwickelt, schwappte nun auch die Freestyle-Welle über den großen Teich. Sprünge in acht bis zehn Metern Höhe, mit, neben und über dem Motorrad, das hatte es dem Digital- und Mediengestalter sofort angetan. 1999 trat Fischer erstmals bei einem solchen Wettbewerb an, ein Jahr später sattelte er komplett um und wurde der erste deutsche Freestyle-Vollprofi. »Zu der Zeit hatte ich das Handgelenk gebrochen und war frustriert. Es war ein logischer Schritt, denn Springen konnte ich schon immer gut.«

Gemeinsam mit seinem guten Freund »Busty« Wolter gründete er die »Upforce«-Crew, die gebucht werden kann und bei Messen, Moto-Cross-Wettkämpfen oder anderen Veranstaltungen eine spektakuläre Sprung-Show zeigt. Mit Wolter zusammen managt Fischer die Einsätze der sechs Fahrer - zu ihnen gehört auch der Mössinger Dennis Garhammer -, und ist am Wochenende in Deutschland oder im nahen Ausland (Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien) im Einsatz.

»Reichtümer verdient man dabei auf keinen Fall. Aber man kann dem Sport etwas zurückgeben«, sagt Fischer, der sich seine Brötchen im Zivilberuf als Marketing-PR-Manager eines in der Sportszene verwurzelten Kopfhörer-Herstellers verdient. Auf seiner Suzuki fährt er nur noch zum Hobby. In Reutlingen sattelte das Freestyle-Urgestein einmalig für die 125-er Rennen auf eine KTM um. Von zwei Mal Platz 14 war er nicht begeistert. »Nur im ersten Lauf war mein Start gut«, meinte Marc Fischer. (GEA)


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  • Wohl dem, der vorne fuhr: Die Verfolger mussten in Reutlingen den Staub schlucken - wie hier in der Seitenwagen-Konkurrenz.
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