Handball

Valceas Handball-Kunst begeistert

Von Frank Pleyer

Das Jubiläums-Turnier war denkwürdig: Weil Sieger Oltchim Valcea bei der 50. internationalen Bad Uracher Veranstaltung mit Frauen-Power-Handball glänzte - aber auch, weil die Organisatoren mit nur sieben Teams auskommen mussten. Und dann auch noch das Spiel um Platz fünf ins Wasser fiel. Es kamen aber insgesamt 3 800 Zuschauer. »Angesichts der kühlen Witterung kann ich damit leben«, sagte Turnierleiter Jürgen Binder.

FOTO: Uschi Pacher
BAD URACH. Mit einer makellosen Bilanz schloss Oltchim Valcea das Bad Uracher Frauen-Turnier ab: Acht Spiele, acht Siege, dazu die hohe Kunst des Tempo-Handballs demonstriert und im Finale auch noch gezaubert - das rumänische Team war eine Klasse für sich und holte bei der Jubiläums-Veranstaltung souverän den Sika-Cup.

»Wir haben einen großen Schritt nach vorn gemacht und auch schönen Handball gespielt«, befand Valceas ungarischer Coach Peter Kovacs. Mit 17 Spielen absolvierte sein Team in den vergangenen zweieinhalb Wochen ein knallhartes Vorbereitungs-Programm auf die neue Saison, bei der am Ende der Champions-League-Triumph stehen soll. Noch müssen sich das Team und sein neuer Coach offenbar aneinander gewöhnen. »Wir sind uns nicht immer einig«, räumte der frühere Bundesliga-Spieler ein. Aber es gehe voran. Kovacs hat erst vor sieben Wochen das Kommando übernommen.

Szenenbeifall im Finale

In keiner Vorrunden-Partie und auch dem Halbfinale gegen Rekordsieger Hypo Niederösterreich (25:18) war seine eminent konterstarke Mannschaft in Gefahr, zu verlieren. Der mit einem 18er-Kader angereiste Klub musste nur im Finale gegen Vorjahres-Champion Zvesda Zvenigorod kämpfen, als die kompakte russische Abwehr zunächst keine Gegenstöße zuließ. 6:9 lag Valcea zurück, doch ab dem Ausgleich (10:10) gaben nur noch die Schützlinge von Kovacs den Ton an. Tore von Cristina Neagu (6/3) nach Kempa-Anspielen zum 13:10 und 23:19 erhielten Szenenapplaus.

»Valcea beherrscht den Tempo-Handball beinahe bis zur Perfektion«, anerkannte der frühere Frauen-Bundestrainer Ekke Hoffmann. Der rumänische Klub machte bei den Gegenstößen deutlich weniger Fehler als die Konkurrenz. Zudem hatte das Team keinen Schwachpunkt im Team. Der russische Final-Gegner, der im Turnier-Verlauf drei Partien verlor, musste im Halbfinale alles geben, um die Abwehr-Stärke Bayer Leverkusens mit 13:12 (7:7) zu überwinden. Und hätte Bayers Lokalmatadorin Laura Steinbach, die auf 23 Tunier-Tore kam, in letzter Minute nicht die Latte getroffen - wer weiß, wer dann in der Verlängerung die Nase vorn gehabt hätte...

Siegeswille und Psychologie

Auch wenn nicht alles rund lief bei den Russinnen - am Siegeswillen seines Teams hatte Trainer-Urgestein Jewgeni Trefilow nichts auszusetzen. »Sind Sie Psychologe, dass Sie so etwas fragen?«, verblüffte der Weltmeister-Coach mit einer Gegenfrage und deutete damit an, dass russischen Spielerinnen Motivation nicht erst beigebracht werden muss.

Hoch motiviert ging auch Bundesligist Bayer Leverkusen zu Werke. Im Spiel um Rang drei gegen Hypo Niederosterreich machte der deutsche Vizemeister ab dem 19:19 alles klar. Rechtsaußen Lyn Byl, die eine englische Mutter hat und daher für Großbritannien 2012 bei Olympia antreten will, glänzte beim 23:21 (13:8) mit sechs Treffern. »Die Leistung der Mannschaft, vor allem die außerordentlich gute Abwehrarbeit, lag über meinen Erwartungen, weil doch das Teilnehmerfeld sehr hochkarätig ist«, freute sich Bayer-Trainerin Renate Wolf.

Frisch Auf Göppingen unterstrich mit zwei Vorrunden-Siegen seinen Aufwärtstrend. Weil aber mehrere Spielerinnen erkrankten und nur noch fünf Akteurinnen des Teams einsatzfähig waren, musste die Partie um Platz fünf gegen Byasen IL ins Wasser fallen. »Wenn ein Spiel ausfällt, kann ich nicht zufrieden sein. Auch wenn ich die Begründung natürlich nachvollziehen kann«, sagte Turnierleiter Jürgen Binder. (GEA)


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FOTO: Uschi Pacher
 

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