TV Neuhausen
Neuhausen - Pfullingen 19:17 - VfL gibt 13:8-Führung aus der Hand. Hertwig: »Wir hätten den Sack zumachen müssen«

TV Neuhausen zieht den Kopf aus der Schlinge

VON MANFRED KRETSCHMER

NEUHAUSEN. Bärenstarke Torhüterleistungen, starke Abwehrreihen, Hochspannung pur, verbissene Zweikämpfe - es knisterte gestern Abend in der Neuhäuser Hofbühlhalle. Die Drittliga-Handballer des TV Neuhausen und VfL Pfullingen lieferten sich vor offiziell 1 200 Zuschauern in der rappelvollen Spielstätte einen echten Fight. Am Ende jubelten die Neuhäuser, die einen 8:13-Rückstand in der 38. Minute und ein 15:17 nach 54 Minuten in einen 19:17 (7:9)-Erfolg ummünzten.

Jubel auf der Neuhäuser Bank: Trainer Markus Bühner (links).
Jubel auf der Neuhäuser Bank: Trainer Markus Bühner (links). FOTO: Markus Niethammer
»Wir müssen einfach den Sack zumachen«, haderte Pfullingens Abteilungsleiter Jörg Hertwig. »Wir haben uns in der entscheidenden Phase zu viele unkonzentrierte Würfe erlaubt.« Auch VfL-Trainer Till Fernow war am Boden zerstört. »Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, haben uns am Ende aber einige individuelle Fehler geleistet und falsche Entscheidungen getroffen.« Die offensive Deckung, mit der Neuhausen in der zweiten Hälfte agierte, spiele normalerweise seinem Team »in die Karten«. Normalerweise. Gestern Abend bekamen die Pfullinger das Fracksausen. »Wir haben in vielen Aktionen mit angezogener Handbremse gespielt«, stellte Fernow fest. Micha Thiemann, der verletzungsbedingt 'raus musste, habe seinem Team in dieser Phase gefehlt.

»Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft«
 

Der TV Neuhausen zog sich nach turbulenten Tagen - am Montag wurde Trainer Anel Mahmutefendic entlassen und Markus Bühner als Interimscoach installiert - mit einer Energieleistung aus dem Sumpf. »Ich konnte mit der Umstellung auf eine 3:2:1-Abwehrformation einen Akzent setzen«, freute sich Bühner. »Damit hatte Pfullingen nicht gerechnet«, war auch für Routinier Ferdinand Michalik diese taktische Maßnahme ein Grund für die Wende. Den Neuhäusern war allerdings auch bewusst, dass mit einer Angriffsleistung wie in den ersten 30 Minuten in der 3. Liga kein Blumentopf zu gewinnen ist. »Da war viel Unsicherheit, einfach nur Stückwerk«, gab Michalik zu. Walter Salzer, ehemaliger Nationalspieler und TVN-Held der siebziger Jahre, urteilte: »Die Angriffsleistung in den ersten 40 Minuten war katastrophal.«

Bei Pfullingen wirkten die Aktionen über weite Strecken geschmeidiger. Alles wirkte durchdachter. Und: Sie hatten mit Magnus Becker einen Mann zwischen den Pfosten, der vor allem im ersten Durchgang über sich hinauswuchs und mit zehn Paraden brillierte. Pfullingen warf nach dem 3:4-Rückstand (14. Minute) bis zur Pause einen 9:7-Vorsprung heraus. Der VfL blieb auch nach dem Seitenwechsel am Drücker, weil die Gastgeber im Angriff ohne Druck und zu ideenlos zu Werke gingen.

Ab der 38. Minute begannen die Lukas-Fischer- und die Simon-Tölke-Minuten. Der Junioren-Nationalspieler Fischer verkürzte für seine Farben auf 9:13, 11:13, 13:14, 14:15, markierte in der 52. Minute das 15:15 und in der 57. Minute per Siebenmeter das 17:17. »Wir haben uns in der Halbzeit noch einmal eingeschworen, wollten das Drumherum vergessen und haben uns vorgenommen, das auf die Platte zu bringen, was wir bei Anel gelernt haben«, berichtete Fischer. Im Klartext: Die Mannschaft kam mit Mahmutefendic gut klar, auch wenn es in den zurückliegenden zehn Begegnungen 4:16 Punkte und nur zwei Siege gab.

101 Sekunden vor Spielende erzielte Neuhausens Kapitän Daniel Reusch das 18:17. Schließlich entschärfte Simon Tölke, der TVN-Teufelskerl zwischen den Pfosten, einen Wurf von Daniel Schliedermann. Und zehn Sekunden vor Schluss traf Daniel Jungel zum 19:17 - damit ging das erste Derby an Neuhausen. (GEA)


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TV Neuhausen - VfL Pfullingen 19:17

TV Neuhausen - VfL Pfullingen 19:17
FOTO: Markus Niethammer
 
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