Handball - Wechsel perfekt: Spielmacher von Ligakonkurrent Leipzig übernimmt in der neuen Saison die Regisseur-Rolle im Rückraum. Mit Emrich befreundet
TVN verpflichtet Seitle
NEUHAUSEN. Unterm Hofbühl ist er alles andere als ein Unbekannter. Spätestens seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres ist Philipp Seitle hier bestens bekannt. Damals nämlich gastierte er mit Aufsteiger SC DHfK Leipzig im Ermstal. Und Seitle hat sich damals schon dem Neuhäuser Publikum - und auch den TVN-Verantwortlichen - vorgestellt. Ganz so wie es eben ein leidenschaftlicher Handballer seines Kalibers tut: mit blitzschnellen, wohl durchdachten Aktionen im Rückraum und einer fantastischen Moral.
Für Team-Manager Jürgen Zepf und TVN-Trainer Markus Gaugisch freilich nur eine von vielen Empfehlungen, wegen der sie sich um das Rückraum-Ass bemühten und sich aus der Reihe von adäquaten Konkurrenten schließlich auch für ihn entschieden. Der Neu-Neuhäuser hat eine ganze Reihe von individuellen Qualitäten, mit denen er aufwarten und die Konkurrenz vor knifflige Aufgaben stellen kann.
Mit einer Körpergröße von 1,80 Metern gehört Seitle zwar nicht zu jenen Rückraum-Hünen, die allein schon durch ihre körperliche Länge alles überragen. Aber dafür ist er ist unglaublich schnell auf den Beinen, besticht durch seine Wendigkeit und ist das, was man mit Fug und Recht als wurfgewaltig bezeichnen darf. Die TVN-Abwehr, die ja nun wahrlich dafür bekannt ist, dass sie auf Zack ist und schnell reagiert, bekam ihn so jedenfalls nicht zu fassen.
Gaugisch traut dem 26-Jährigen zu, dass er sich rasch in Neuhausen einlebt, im seit Jahren gewachsenen Mannschaftsgefüge seinen Platz findet und auch in die Regisseur-Rolle reinwächst: »Phil ist ein echter Spielgestalter und ein Typ, der auch charakterlich ins Team passt«. Jenes Niemals-Aufgeben-Gen, das »Gaugis Buben« alle im Blut haben, bringt er mit. Das kann man ihm attestieren. »Schafft der TVN den Aufstieg in die erste Liga dann geht für mich ein Traum in Erfüllung«, gesteht Seitle. Wenn nicht, geht seine Handball-Welt nicht unter. Dann will er in der nächsten Saison mit seinen neuen Mannschaftskameraden eben angreifen. »Selbst den Aufstieg in die erste Liga schaffen hat ja auch was«, freut er sich schon auf die neue Aufgabe und die Mannschaft. Zu der hat er auch schon einen kurzen Draht, ist mit Julius Emrich befreundet. Ob er nächste Saison mit ihm gemeinsam für den TVN am Ball wäre, ist derzeit noch offen. (moni/GEA)