TuS Metzingen
Metzingen - Göppingen 28:32 - Trainer Hamann-Boeriths kann sich die Blockade bei seinem Team nicht erklären

Schwarzer Tag der »TusSies«

VON FRANK PLEYER

STUTTGART. »Wir müssen schauen, dass wir keine Punkte liegen lassen«, hatte Torhüterin Jasmina Jankovic vor der Partie gesagt. Die Umsetzung dieses Vorhabens ging dann aber gründlich schief. Die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen haben sich die Jahreswende selbst verhagelt. Bei der 28:32 (14:13)-Derby-Niederlage gegen Frisch Auf Göppingen lieferte das Team in der zweiten Halbzeit eine sehr schwache Leistung ab. Nicht nur die Abwehrarbeit lag im Argen. »Leider konnten wir unsere Leistung einfach nicht abrufen«, sagte Rechtsaußen Marlene Zapf, die mit neun Treffern aufwartete.

.Abwehr-Defizite

Die Verteidigung ist normalerweise das Prunkstück der Pink Ladies. Nun aber war die Defensive in zwei Spielen hintereinander von der Rolle. In Nellingen und gegen Göppingen brach die Abwehrleistung jeweils in der zweiten Halbzeit ein. Die Schwächephase in der Nellinger Partie nahm Trainer René Hamann-Boeriths auf seine Kappe, weil er eine 5:1-Variante angeordnet hatte, die das Team selten spielt. Gegen Göppingen agierte das Team zunächst wieder mit der angestammten 6:0-Verteidigung, ehe man später offensivere Varianten spielte. »Die Absprachen haben gefehlt und wir konnten nicht um den Kreis schieben«, schildert Linksaußen Katharina Beddies das Manko in der zweiten Halbzeit. Hamann-Boeriths hatte einen anderen Erklärungsansatz parat. »Die Initiative und Aggressivität haben gefehlt«, monierte der Däne. Wenn es nicht läuft, werde man zu defensiv und bleibe eher stehen, die Räume würden so immer größer werden.

.Torhüter

Isabell Roch, die zum dritten Mal in Folge begann, kam sehr gut ins Spiel und parierte auch zwei Siebenmeter. Die 27-Jährige konnte dieses Niveau nicht halten. Jasmina Jankovic ersetzte sie wie in Nellingen zur zweiten Halbzeit, ehe Roch zurückgewechselt wurde. Hamann-Boeriths: »Die Abwehr konnte in dieser Phase nicht die Torhüter unterstützen, die Torhüter nicht die Abwehr. Überall waren in der Verteidigung Löcher, wir haben nicht zusammengefunden.«

.Taktik

Das Spiel der Metzingerinnen ist sehr darauf angelegt, dass die Abwehr über Ballgewinne den Grundstein für Gegenstoß-Tore legt. Gelingt es aber nicht, in dieses angestrebte Tempospiel mit einfachen Toren zu kommen, zeigten sich zuletzt gegen kompaktere gegnerische Defensiv-Reihen wiederholt Schwierigkeiten im Positionsangriff. Vor allem dann, wenn das Team sich nicht absetzen kann oder in Rückstand gerät. »Vorne sind wir zu sehr quer gelaufen und haben den Zug zum Tor verloren«, kritisiert Beddies. Hamann-Boeriths wundert sich, warum das Team in diesen Phasen so hektisch wird. »Wir vergessen dann ein bisschen unseren Spielplan.«

.Rückraum

In der zweiten Halbzeit waren die Angriffsbemühungen der »TusSies« gegen die sehr selbstbewusst und abgeklärt auftretenden Göppingerinnen mit zunehmender Spieldauer einfallslos, harmlos, leicht ausrechenbar. Einfache Tore fehlten. Das Team geriet von 22:22 auf 22:28 (53.) vorentscheidend in Rückstand. »Der Rückraum war komplett tot«, sagt die frühere Metzingerin Laura Glaser, die die Spiele der TuS aufmerksam verfolgt, kurz und knapp. Hamann-Boeriths: »Wenn es Probleme gibt, müssen das die etablierten Spielerinnen zusammen mit dem Team lösen.« Das Problem: Auf Anna Loerpers Schlagwürfe und Durchbruchsversuche haben sich die meisten gegnerischen Abwehrreihen inzwischen gut eingestellt. Monika Kobylinska versuchte wiederholt, in die Lücken zu stoßen und kam auf vier Tore. Hamann-Boeriths: »Monika war aggressiv. Wir haben aber nicht die Spielerin, die einfache Tore macht. Das muss von der Mannschaft kommen.«

.Siebenmeter

Die Pink Ladies haben mit 82 Prozent der verwandelten Siebenmeter in der Bundesliga-Saison eine gute Quote. Wie schon beim Aus gegen Höörs HK im EHF-Cup gab es gegen Frisch Auf allerdings drei Fehlwürfe (bei acht Versuchen). Hamann-Boeriths: »Wir haben super Spielerinnen für Siebenmeter, aber das ist viel zu viel. Wir verwerfen aber auch zu viele freie Chancen.«

.Blockade

Dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit verkrampfte und mutlos agierte, verwundert den Trainer. »Ich weiß nicht, warum es diese Blockade gab. Das ist auch meine Verantwortung, wenn das Team nicht gut genug spielt. Auch ich muss daraus lernen«, sagt Hamann-Boeriths selbstkritisch. (GEA)











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