Metzingen - Dortmund 24:18 - TuS kämpft vor 650 Zuschauern den Tabellenvierten nieder. »Haben niemals aufgegeben.« Torhüterin Stockhorst großer Rückhalt
Mit Mini-Kader Spitzenreiter
VON FRANK PLEYER
METZINGEN. Die Metzinger Zweitliga-Handballerinnen haben Lunte gerochen. Allem Verletzungspech zum Trotz glauben sie an ihre Aufstiegs-Chance. Nirgends wurde das deutlicher als nach dem hart erkämpften 24:18 (14:12)-Erfolg über den Tabellenvierten BVB Dortmund. Da schnappte sich Kapitän Patricia Stefani sofort ihr Smartphone und verfolgte auf dem Liveticker die letzten Minuten der Partie von Spitzenreiter Weibern gegen Bensheim-Auerbach. Durch deren Unentschieden übernahm die TuS die Tabellenspitze - mit einem Mini-Kader, wohlgemerkt.
»Wir müssen versuchen, dass wir das Level halten und weiter von Spiel zu schauen«, blieb die Spielmacherin trotz des Coups auf dem Boden. Von der Gefahr, nun in Euphorie zu verfallen, sind die Metzingerinnen weiter entfernt als der Mond von der Sonne. Mit Blick auf die noch ausstehenden 13 Partien sagte Lisa Mößinger: »Das war ein Schritt nach oben. Aber die Runde ist noch lang.«
An Krücken hatten am Samstag die frisch operierten Cassandra Engel und Julia Smideliusz ihren Teamkolleginnen die Daumen gedrückt. Das Gefühl, nur Zuschauen und nicht eingreifen zu können, wurde so zur Nervenprobe. »Ich bin zehn Tode gestorben«, bekannte Engel.
Das letzte Häuflein Aufrechter umfasste bei der TuS zwei Torhüterinnen und noch acht Feldspielerinnen. Das Team ging 60 Minuten an seine Grenzen und wurde für seinen unbändigen Siegeswillen mit dem neunten Sieg im neunten Heimspiel belohnt. »Wir haben niemals aufgegeben und gekämpft wie ein Löwe«, strahlte TuS-Trainerin Edina Rott nach dem Kraftakt, bei dem in der ersten Halbzeit Torjägerin Annamaria Ilyes mit zehn Treffern (insgesamt zwölf Tore) zur Alleinunterhalterin in der Metzinger Offensive wurde. Als sich die sehr beweglich verteidigenden Dortmunderinnen besser auf Ilyes eingestellt hatten, schien das Spiel zu kippen.
In der voll besetzten Öschhalle wurde aus einer 9:3-Führung (13.) ein 16:17-Rückstand (46.). Doch die TuS hatte an diesem Abend ein zweites Trumpf-Ass: Torhüterin Sabine Stockhorst, die zur Spielerin des Tages gekürt wurde, parierte nicht weniger als 18 scharfe Gäste-Würfe und ebnete so den Weg zum Sieg.
Ein Zwischenspurt mit drei Mößinger-Toren sorgte für die Vorentscheidung (20:17/54.). Mößinger: »In den letzten 20 Minuten stand unsere Abwehr wie eine Wand.« Rott gab ihrem Team als Belohnung zwei Tage frei. Was machen die Mädchen nach der strapaziösen Partie nun ohne Handball-Verpflichtung? »Morgen bleib' ich liegen«, schmunzelte Kreisläuferin Barbara Balogh. (GEA)