TuS Metzingen
Frauenhandball - Teil eins der Derby-Wochen zwischen der TuS und Nellingen: Rott baut im Pokal-Achtelfinale auf Rückhalt der Zuschauer. Tabellenführung »unglaublich«

Kraft-Frage als Schlüssel

VON FRANK PLEYER

METZINGEN. Jetzt kommen die Derby-Wochen: Innerhalb von 14 Tagen steigt gleich zwei Mal das Schlagerspiel zwischen den Metzinger Zweitliga-Handballerinnen und dem TV Nellingen. Am Samstag (19 Uhr, Öschhalle) geht es im Pokal-Achtelfinale um den Einzug in die Runde der letzten acht Teams, zwei Wochen später um Zweitliga-Punkte.

Die TuS geht als Tabellenführer in den Pokal-Knüller - Trainerin Edina Rott beschreibt diese Ausgangslage als »unglaublich«. Dass das mit Spannung erwartete Derby ausgerechnet zu einer Zeit ansteht, in der die TuS massive Verletzungs-Probleme hat, kommt Rott eher ungelegen: »Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, weil unser Kader ziemlich dünn ist.« Denn die Pokal-Partie wird weiter an den Kräften zehren. »Mit nur acht Feldspielerinnen ist jedes Spiel schwierig. Doch wir haben zwei Mal den Heim-Vorteil und können beide Partien gegen Nellingen gewinnen«, sagt Spielmacherin Patricia Stefani. Das Punktspiel sei aber wichtiger als der Pokal.



Auch Linksaußen Lisa Mößinger macht deutlich, dass das Duell am Samstag nicht zu Lasten der eigenen Aufstiegs-Chancen gehen soll. »Wir müssen uns eher auf die Regeneration konzentrieren und unsere Kräfte gut einteilen«, meint die 21-Jährige. Das sieht Rott anders: »Wir müssen im Rhythmus bleiben und jede Woche an die Grenzen gehen.«

Die Bereitschaft, das Letzte zu geben, haben ihre Spielerinnen in den vergangenen Wochen vorbildlich demonstriert. Selbst wenn eine Akteurin nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Beispiel Alexandra Kubasta: Der in der Vorrunde besten TuS-Spielerin misslang in der Begegnung gegen Dortmund (24:18) einiges. Dennoch ließ die Rechtsaußen nicht nach, gab keinen Ball verloren, warf auch nach Fehlwürfen weiter unverdrossen aufs Gäste-Tor, holte einen wichtigen Siebenmeter zum 17:17 heraus und kam letztlich auf drei Treffer.

»Metzingen hat die Verletzungsausfälle sehr gut ausgeglichen«
 
Genau diese Einstellung will Rott bei ihren Schützlingen sehen. »Das ist es, was uns auszeichnet: Der Wille, uns nie aufzugeben«, betont die 40-Jährige, die Nellingen beim 35:28-Pokal-Sieg über Erstligist Trier beobachtet hat. Rott baut auf die Unterstützung durch die TuS-Fans: »Gegen Dortmund war das super. Ihre Anfeuerung hat uns Kraft gegeben.« Das letzte Duell mit den Hornets aus Nellingen hatte einen klaren Sieger: In der Vorrunde feierte die TuS beim Rivalen einen 24:18-Triumph.

Allerdings hatte der Zweitliga-Dritte aus Ostfildern, der Torjägerin Daniela Stratmann (Knieprobleme) schont, 2010 in der Öschhalle mit 28:25 die Oberhand behalten. »Ich hoffe, dass wir wieder gut aussehen«, sagt Nellingens Trainerin Irina Kolpakova. Dass die TuS trotz des kleinen Kaders auf Rang eins vorstieß, liegt für die Weißrussin darin begründet, »dass Metzingen die Verletzungsausfälle sehr gut ausgeglichen hat«. Bei den Ermstälerinnen hält sie große Stücke auf die Torjägerinnen Annamaria Ilyes und Alexandra Kubasta, Kapitän Stefani und Torhüterin Sabine Stockhorst. »Die TuS ist eine Mannschaft, die nicht von einer Spielerin allein lebt«, verdeutlicht Kolpakova die Variabilität des Gegners. (GEA)



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