Handball
interview  - Ralf Bader über das Duell Neuhausen gegen Neuhausen, seinen Co-Trainer Markus Locher und seine Pläne

»Ich will in die 1. oder 2. Liga«

DAS GESPRÄCH FÜHRTEMANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN. Von 2006 bis 2015 spielte Ralf Bader für den TV Neuhausen/Erms in der Bundesliga, 2. Bundesliga und Regionalliga. Am heutigen Samstag (20 Uhr) kehrt er in die Hofbühlhalle zurück - als Trainer des Handball-Drittligisten TSV Neuhausen/Filder. »Die Verantwortlichen des TVN haben gute Arbeit geleistet und in der Kürze der Zeit eine leistungsstarke Mannschaft zusammengestellt«, sagt der 37 Jahre alte Bader.



GEA: Als Aleksandar Stevic in der zurückliegenden Zweitliga-Saison sein Traineramt zur Verfügung stellte, wurden Sie als Nachfolger gehandelt. Gab es Kontakte?

Ralf Bader: Hans Hahn hat mich angesprochen. Mein Gefühl hat mir aber gesagt, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für eine Rückkehr zum TVN ist. Ich habe ja erst 2015 als Spieler aufgehört und wäre deshalb zu belastet gewesen. Außerdem hatte ich einen laufenden Vertrag beim TSV Neuhausen/Filder, mit dem ich dann auch erfolgreich war und den Aufstieg in die 3. Liga geschafft habe.



»Der TVN musste sich gesund sparen und hat viele Leistungsträger ziehen lassen« §§ Sie waren Kapitän und Leitfigur beim TV Neuhausen. Nun kehren Sie als gegnerischer Trainer in die Hofbühlhalle zurück -

Bader: Diese Rückkehr löst bei mir keine besonderen Gefühle aus. Ich freue mich aber auf das Spiel. Bei den Zuschauern werde ich viele bekannte Gesichter sehen. Bei der Neuhäuser Mannschaft dagegen sind Ferdinand Michalik und Daniel Reusch nach wie vor gute Freunde von mir, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe. Das sind aber die einzigen Leute, mit denen ich noch zusammengespielt habe. Tim Keupp und Jan Reusch habe ich im Jugendbereich trainiert. Der TV Neuhausen hat einen kompletten Umbruch vollzogen, der aber auch notwendig war.



Als Sie im Sommer 2015 den TV Neuhausen verlassen haben und als Trainer beim TV Weilstetten eingestiegen sind, war nicht abzusehen, dass der Club zwei Jahre später relativ sang- und klanglos aus der 2. Liga absteigen wird. Was ist schief gelaufen?

Bader: Der TVN musste sich gesund sparen. Jahr für Jahr hat er die Spieler, die an der oberen Gehaltsgrenze waren, ziehen lassen. Da waren auch viele erfahrene Spieler und Leistungsträger dabei. Deshalb mussten relativ schnell, letztlich zu schnell, junge Leute Verantwortung übernehmen. Das waren gute Talente, denen aber die Reife für die 2. Liga fehlte.



Der TV Neuhausen hat sich komplett neu aufgestellt. Obwohl viele Zugänge integriert werden mussten, war der Saisonstart mit 6:2 Punkten gut.

Bader: Wenn ich auf die Monate April und Mai zurückblicke, muss ich sagen, dass die Verantwortlichen des TVN gute Arbeit geleistet und in der Kürze der Zeit eine leistungsstarke Mannschaft zusammengestellt haben.



Mit welchen Tätigkeiten verdienen Sie derzeit Ihre Brötchen?

Bader: Ich bin in der Finanzberatung tätig. Darüber hinaus arbeite ich als Trainer beim TSV Neuhausen/Filder so professionell wie möglich.



Apropos professionell. Lautet Ihr Ziel nach wie vor, in der 1. oder 2. Liga als Trainer zu arbeiten?

Bader: Das ist weiterhin mein Ziel. Wenn ich die Chance erhalte, in den Profi-Bereich einzusteigen, kann ich meinen derzeitigen Job runterfahren. Ich habe als Trainer in Weilstetten in der 5. Liga angefahren, war zuletzt mit Neuhausen/Filder in der 4. Liga und bin nun in der 3. Liga angekommen.



Und nächstes Jahr spielen Sie mit Neuhausen/Filder in der 2. Liga -

Bader: Unser Start mit 6:4 Punkten hat mich nicht überrascht. Ich habe das meiner Mannschaft zugetraut. Neuhausen/Filder war in der Vergangenheit eine Fahrstuhlmannschaft. Ich habe den Auftrag, das Team in der 3. Liga zu etablieren.



§§ »Vor allem bei den Zuschauern werde ich viele bekannte Gesichter sehen«
 
Mit Alexander Trost und Dominik Eisele stehen zwei ehemalige TVN-Akteure in Ihrem Aufgebot.

Bader: Ali Trost wird im Normalfall nicht mehr spielen. Er trainiert zwei Mal pro Woche mit und würde aushelfen, wenn unseren Youngstern auf Rechtsaußen, Philipp Keppeler oder Roman Fleisch, etwas passieren würde. Dominik Eisele ist angeschlagen. Sein Einsatz ist fraglich.



Sie haben in einem GEA-Interview im Mai 2015 gesagt, dass Sie als junger Spieler von Trainer Markus Locher geformt worden seien. Nun ist Markus Locher Ihr Co-Trainer in Neuhausen/Filder . ..

Bader: Das ist eine unglaublich geile Situation. Es gibt keinen besseren Co-Trainer in dieser Liga. Wir verstehen uns sportlich und menschlich zu 100 Prozent. Markus hat enorm viel Kompetenz und Weitblick. Er ist ein wichtiger Impulsgeber für mich. (GEA)





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