Fussball
Betzi-Cup - SSV als bester Verein der Region auf Platz sieben. Österreicher nach Rang zwei im Vorjahr nun ganz oben

Wien wiederholt Pokalsieg von 2011

VON FRANK WILD

BETZINGEN. Es war eine Premiere für Hertha BSC Berlin, über die sich Anton Kade nicht wirklich freuen konnte. Bei der 18. Auflage des Betzi-Cups kamen die U 12-Junioren-Fußballer aus der Bundeshauptstadt erstmals bei ihrer 16. Teilnahme auf Rang zwei. Nach der deutlichen 0:4-Final-Niederlage gegen den SK Rapid Wien war dem elfjährigen Kade die Enttäuschung aber ins Gesicht geschrieben. Natürlich wollte er gewinnen – und danach den riesigen Siegerpokal in Richtung Decke der Betzinger Sporthalle strecken. Wie vor fünf Jahren, 2010, sein großer Bruder Jule.

Auch der war schon beim internationalen Jugendturnier des TSV Betzingen am Start, durfte damals den zweiten von bislang drei Turniersiegen der Hertha neben 2005 und 2013 feiern. Jule Kade ist mittlerweile 16 Jahre alt und deutscher U 17-Nationalspieler. Sein kleiner Bruder Anton will ihm da natürlich nacheifern. Das Halbfinale hatte er mit seiner Mannschaft noch souverän mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart gewonnen. Im Endspiel war dann aber Endstation.

Hertha-Trainer Duran Erdogan nahm’s gelassen. »Das Turnier ist ein absolutes Muss für uns«, lobte er nicht nur die Veranstaltung, sondern auch das ganze Drumherum. »Da sieht man die Routine der Organisatoren«, honorierte der Berliner das emsige Tun der Verantwortlichen und ihrer über 100 Helfer. »Wir fühlen uns hier immer wie in unserem eigenen Wohnzimmer.«

Unter der Leitung von Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher, der am Samstag noch das Nordderby zwischen Bremen und Hamburg gepfiffen hatte, gingen die Wiener im Finale des Betzi-Cups am Sonntagnachmittag in der zweiten Spielminute durch Simon Messeritsch in Führung. Drei Zeigerumdrehungen später erhöhte Dominik Vince auf 2:0. Nach einem Doppelschlag durch Felix Nachbagauer (7. und 9.) zum 4:0-Endstand sicherten sich die Österreicher nach Platz zwei im Vorjahr nun den Turniersieg. 2014 unterlag das Team dem FC Bayern München, der dieses Mal nur Zehnter wurde.

»Natürlich sind wir sehr stolz«, freute sich Rapid-Trainer Gerd Bauer, der mit dem österreicheichischen Teilnehmer der ersten Stunde als verantwortlicher Coach bereits zum achten Mal zu Gast in Betzingen war und das Turnier nach 2011 zum zweiten Mal gewann. Er sieht in seiner Truppe »sechs bis acht Potenzialspieler, die das Zeug zum Profi haben«. Turniere dieses Kalibers bestreitet er im Laufe einer Hallensaison nur etwa fünf.

Der SSV Reutlingen kam nach Rang vier im Jahr 2013 nun durch ein 1:0 gegen 1860 München auf den siebten Rang. Im Team der Sechziger spielte Lucas Copado, der von seinen prominenten Vater Francisco Copado begleitet wurde. Dieser hatte Mitte des vorigen Jahrzehnts für Unterhaching, Frankfurt und Hoffenheim in der Bundesliga gespielt. Edis Sentürk, der Sohn von SSV-Trainer Ferudun Sentürk, erzielte das entscheidende Tor. Als einzige Mannschaft aus der Region in die Zwischenrunde gekommen, besiegte der Kreuzeiche-Nachwuchs dort Leverkusen mit 4:1, spielte gegen den VfB (0:0), Wien (2:2) sowie die Stuttgarter Kickers (1:1) unentschieden und unterlag einzig RB Leipzig (1:2).

»Wenn wir einen Tick glücklicher und abgeklärter vor dem Tor agieren, dann landen wir am Ende noch weiter vorne«, war Coach Sentürk stolz auf seine Mannschaft: »Bei den Namen, die hier antreten, kann sich das Abschneiden des SSV sehen lassen.« Ende März ist er mit der Mannschaft in Izmir bei einem Turnier mit noch hochkarätigeren Teams. (GEA)



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