Fussball
TSG Tübingen - Pfullingen 1:0 - Gäste müssen im Nachholspiel starker erster Halbzeit Tribut zollen. Frick-Elf nach Sieg im Derby als Aufsteiger weiterhin ungeschlagen

VfL fehlt Selbstvertrauen

VON RICCARDO GONCALVES

TÜBINGEN. Großer Jubel ging nach dem Schlusspfiff im heimischen Stadion an der Europastraße durch die Reihen der Verbandsliga-Fußballer der TSG Tübingen und ihrer Anhängern. Bei tristem und regnerischem Wetter hatte das Team den VfL Pfullingen mit einem hart erkämpften 1:0 (0:0) niedergerungen. Ein Spiel, das eigentlich ganz anders ausgehen hätte müssen. Denn die Gäste hatten im Derby unzählige Chancen, schafften es aber wieder einmal nicht, diese zu verwerten.

»Uns fehlt derzeit die Coolness vor dem Kasten«, mutmaßte der Coach des letztjährigen Tabellenvierten, Michael Konietzny. »Man merkt den Jungs an, dass sie etwas verunsichert sind. Wir zeigen gute Leistungen, schaffen es aber nicht, uns zu belohnen.« Ein völlig anderer Gemütszustand herrschte natürlich auf der gegnerischen Seite. Tübingens Co-Trainer Goran Divljak wusste, woran er den Sieg festmachen konnte: »Unsere zweiten 45 Minuten waren deutlich besser. Hinten standen wir sicher und vorne waren wir heute einfach kaltschnäuzig.«

Zu Beginn des Spiels, das nach dem witterungsbedingten Ausfall zum Rundenauftakt Mitte August gestern nachgeholt wurde, rissen die Gäste sofort das Heft an sich. Auf tiefem Boden gelangen den Mannschaften zwar keine sehenswerten Kombinationen, die Pfullinger behalfen sich aber einige Male mit langen Bällen in die Spitze. Dass den Kickern des VfL zurzeit die Selbstverständlichkeit abgeht, bewies Dominik Früh, bester Torschütze der letzten Saison, der es im Eins-gegen-Eins gleich zwei Mal nicht schaffte, am starken TSG-Schlussmann Stefan Baumann vorbei zu kommen. »Machen wir die Dinger rein, dann wird das eine ganz andere Partie«, wusste Konietzny.

Gästen geht die Luft aus

Die Hausherren bekamen in der ersten Halbzeit so gut wie keinen Fuß auf den Boden und verließen sich vor allem auf ihre defensiven Fähigkeiten. Eine gut herausgespielte, geschweige denn hochkarätige Torchance der TSG sahen die über 200 Zuschauer nicht. »Wir haben in der Kabine eine gute Ansprache gehalten und den Jungs Mut zugesprochen«, verriet Co-Trainer Divljak. »Wir wussten, dass die Pfullinger irgendwann müde werden mussten.«

Wie ausgewechselt kamen die Tübinger dann auch aus der Kabine. Man kam besser in die Zweikämpfe, ließ dem Gegner weniger Raum und nahm ihm somit die Freude am Spiel. Nach einigen guten Vorstößen war es Tammo Heinzler, der seinen Farben nach wunderschönem Hacken-Pass von Jonas Frey das 1:0 bescherte (60.). Die letzte halbe Stunde spielte sich weitestgehend im Mittelfeld ab. Pfullingen hatte durch Matthias Dünkel noch eine Großchance, die aus fünf Metern aber übers Tor ging (68.). Die TSG hätte den Sack aber selbst früher zumachen können: Heinzler scheiterte zwei Mal aus kürzester Distanz am gut aufgelegten VfL-Keeper Markus Hirlinger (78.)

»Im zweiten Durchgang mussten wir leider unserem großen Aufwand in der ersten Halbzeit Tribut zollen«, sagte Konietzny. »Wir dürfen uns nun trotzdem nicht so viel Druck machen. Wenn wir weiterhin so spielen, wird der nächste Sieg nicht weit entfernt sein.« Mit nur einem Erfolg aus vier Partien befindet sich der VfL Pfullingen im unteren Tabellendrittel. Tübingen indes surft auf einer Euphorie-Welle. Der noch ungeschlagene Aufsteiger macht es sich mit acht Punkten auf Rang fünf gemütlich. (GEA)



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