24.03.2010 - 07:00 Uhr
SSV Reutlingen - Rechtsanwalt aus Stuttgarter Kanzlei zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. »Oberstes Ziel ist die Fortführung des Spielbetriebs«
Kulas nahm sofort Kontakt auf
Von Frank Pleyer
REUTLINGEN. Im zweiten Anlauf hat's geklappt: Nachdem der erste Versuch am Montag noch wegen der Verwendung des falschen Formulars gescheitert war, hat der SSV Reutlingen nun am Dienstagvormittag den Insolvenz-Antrag beim Amtsgericht Tübingen gestellt. Der kommissarische Geschäftsführer Michael Geckeler lieferte die Unterlagen gegen 11 Uhr ab.
Geschäftsführer Michael Geckeler mit dem Insolvenz-Antrag des SSV.
FOTO: Eibner
Die mitgebrachten Papiere hatten den Umfang eines kleinen Din-A 4-Ordners. Für die Reutlinger begann damit das Warten. Denn zunächst prüfte das Insolvenzgericht anhand der eingereichten Wirtschaftszahlen, ob der SSV-Antrag rechtmäßig ist, sprich: ob eine Zahlungsunfähigkeit des Kreuzeiche-Klubs tatsächlich vorliegt. Sodann bestimmte die Richterin einen vorläufigen Insolvenzverwalter, der nun zu allererst feststellt, ob genügend Masse vorhanden ist, damit überhaupt ein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Voraussetzung für die Eröffnung ist, dass die Verfahrenskosten gedeckt sind.
Noch am Dienstagnachmittag wurde Rechtsanwalt Dr. Axel Kulas von der Stuttgarter Kanzlei Brinkmann & Partner mit dem Fall SSV Reutlingen betraut. Die bundesweit vertretene Kanzlei ist bereits wiederholt zum Sanierer von zahlungsunfähigen Fußball-Klubs bestimmt worden. So hat ein Frankfurter Kollege von Kulas die Insolvenzen des SV Darmstadt 98 sowie der Spvgg Bayreuth (beide 2008) verwaltet. Kulas nahm - noch bevor er die SSV-Unterlagen beim Amtsgericht abholte - bereits Kontakt mit der SSV-Führung auf und holte dort erste Informationen ein. An diesem Mittwoch sollen unter anderem Gespräche mit dem Gesamt-Vorstand des Kreuzeiche-Klubs sowie mit der Stadt Reutlingen folgen.
»Ein Insolvenzverfahren ist nicht das Ende. Es bietet erst mal Schutz vor den Gläubigern, um mit den Beteiligten das System aufrechtzuerhalten«, betonte der Jurist gegenüber dem GEA. Oberstes Ziel sei daher die Fortführung des SSV-Spielbetriebs. Doch er sehe auch den Gesamtverein. »Es gibt nicht nur die erste Mannschaft, sondern daneben weitere Teams und die anderen Abteilungen des Vereins«, sagte der in Tübingen wohnende Insolvenzverwaltungs-Fachmann, der bis zur B-Jugend selbst Fußball in seiner Heimatstadt Lübeck gespielt hat. Ein großes Anliegen sei ihm, kurzfristig mit möglichst allen Sparten des SSV sprechen zu können. (GEA)
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FOTO: Markus Niethammer
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Stellten sich den Fragen (von links): Jürgen Rauscher, Eberhard Spohn, Fritjof Eisenlohr, Hans-Jürgen Ewert, Stefan Hack.
FOTO: Markus Niethammer
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Musste sich den Unmut der Fans gefallen lassen, sowie kritische Fragen anhören: Die SSV-Führungsspitze nach der Sitzung.
FOTO: Markus Niethammer
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