Bezirksliga - Hug erlöst den TSV Wittlingen. Dritter Sieg in Folge für die Spvgg Mössingen. Überraschungs-Team SSC
Kaschuba vermisst die Konsequenz
REUTLINGEN. Bezirksliga-Tabellenführer SSV Reutlingen II kam gegen den TSG Glems zu einem verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg. Die Reutlinger Oberliga-Reserve hatte das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle, agierte aber vor dem Glemser Tor zu verspielt und musste daher lange auf das Führungstor warten. Erst kurz vor der Halbzeitpause markierte Antonio Leotta nach Vorlage von Leonardo Bruno das Tor zum 1:0. Im zweiten Durchgang konnten sich die Nullfünfer über ein Eigentor freuen: Glems' Keeper Mike Kemmler konnte einen Kopfball von Bruno gerade noch abwehren, beim anschließenden Versuch, die Situation zu bereinigen, köpfte Tarik Basaran dann den Ball ins eigene Netz (60. Minute). In der Folgezeit verpassten die Reutlinger mehrfach die Chance zur Vorentscheidung. »Wir haben nicht konsequent und geradlinig genug gespielt. Alle wollten etwas Besonderes machen«, kritisierte SSV-Trainer Peter Kaschuba das Spiel seiner Elf gegen das Schlusslicht.
Jakupaj macht alles klar
Die Spvgg Mössingen kletterte in der Tabelle auf Platz drei. Das 2:1 der Steinlachtäler gegen den TSV Dettingen/Erms war der dritte Erfolg hintereinander. »Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Abschneiden unserer jungen Mannschaft«, sagt Spielleiter Hellmar Bauer. Nach einer schwachen ersten Halbzeit (Bauer: »Das war nur ein Ballgeschiebe«) brachte Tim Hahn die Ermstäler kurz nach der Pause per Foulelfmeter in Führung. Für den Dettinger Goalgetter war's das erste Tor in dieser Runde. Schließlich sorgte der vom TSV Gammertingen gekommene Claudio Franceschini zum 1:1 aus, ehe Shkelqim Jakupaj die Mössinger auf die Siegerstraße brachte. Fünf Minuten vor Feierabend scheiterte Hannes Klett mit einem Strafstoß (Birkan Madran war gefoult worden) an Dettingens Schlussmann Timo Huber.
Der SSC Tübingen erwarb sich im bisherigen Saisonverlauf den Ruf der Überraschungs-Mannschaft. Gestern bezwang die Truppe von Spielertrainer Perica Lekavski - er unternahm nach einer Verletzungspause seine ersten Gehversuche - den ersatzgeschwächten TSV Dettingen/Rottenburg mit 5:4. »Derzeit passt bei uns alles«, jubelte Salim Cetinkaya, seines Zeichens Spieler und Abteilungsleiter des SSC. 5:4 hört sich dramatischer an als es war. Die Tübinger führten nämlich bis zur 81. Minute mit 5:1, ehe Dettingen herankam. Das 5:4 war schließlich die letzte Aktion im Spiel. Aris Kalpakidis mit zwei Toren (beim 2:0 traf er aus 40 Metern), Aly Bayo, Nurhamza Yigitbay und Esad Huskic trugen sich beim SSC in die Trefferliste ein. Ex-Verbandsliga-Kicker Huskic führt nun mit sechs Einschüssen die Torschützenliste im Bezirks-Oberhaus an.
Drei Spiele, sieben Punkte - der Aufsteiger SV Croatia stellte unter Beweis, dass er auch in der Bezirksliga weit vorne mitmischen kann. Gegen den SV Zainingen gelang der Elf von Trainer Damir Lucic ein ungefährdetet 2:0-Sieg. Der letztjährige A-Liga-Schützenkönig Zoran Krajinovic erzielte das 1:0, musste danach aber verletzungsbedingt vom Platz. Das 2:0 ging auf das Konto von Zvonimir Kvesic, der einen Strafstoß (Mijo Tomic war gefoult worden) im Nachschuss verwandelte. Zunächst scheiterte Kvesic am glänzend reagierenden Zaininger Keeper Dennis Adamski. Die Römersteiner hatten kurz vor der Halbzeit ihre stärkste Phase, als Derian Adamski mit einem Lattenknaller Pech hatte.
Aufatmen beim TSV Wittlingen. Dem Landesliga-Absteiger gelang beim 2:1 über den nach wie vor nicht in Tritt kommenden TB Kirchentellinsfurt der erste Saisonsieg. In dieser Partie befand sich Wittlingens Mittelfeldspieler Johannes Maurer auf dem besten Weg zum Pechvogel des Tages. Zunächst scheiterte er beim Stand von 1:0 für seine Farben mit einem Elfmeter (Foul von Dennis Baumann an Oguzhan Celdir) an TBK-Torhüter Jens Kapitel. Dann fabrizierte Maurer nach einer Flanke von Dominic Kauffmann ein Eigentor zum 1:1. Am Ende durften die Wittlinger und Maurer doch noch jubeln - Patrick Hug erzielte in der 90. Minute das Siegtor zum 2:1. Der Erfolg für die Älbler sei verdient gewesen, berichtete TSV-Pressewart Jürgen Flitsch, der zahlreiche vergebene Möglichkeiten auflistete.
Sieben Tore in Rübgarten
Dem SSV Rübgarten gelang gegen den TSV Undingen ein 4:3-Erfolg. Bis zur Pause führten die Gastgeber nach Toren von Raphael Eggensperger per Strafstoß (er selbst war gefoult worden) und Michel Weimer mit 2:0. Pech für Undingen: Dennis Rittgarn scheiterte zwei Mal in aussichtsreicher Position an Keeper Jens Hailfinger. Thomas Wolf und Sebastian Rohloff erzielten die übrigen Tore für Rübgarten, das letztlich höher hätte gewinnen können. Timo Göbel brachte die Gäste zwischenzeitlich auf 1:3 heran. In der 83. Minute verkürzte Alexander Brändle, der von Benjamin Link zu Fall gebracht wurde, per Elfmeter auf 2:4 und in der Nachspielzeit stellte Rittgarn den 3:4-Endstand her.
Das Tübinger Derby gewann der TV Derendingen beim SV 03 mit 3:1. Beim Stand von 0:0 traf Yasin Meral, doch die Schiedsrichterin Sandra Bausch gab den Treffer nicht. »Das war unverständlich und sehr ärgerlich für uns«, meinte Nulldrei-Pressewart Klaus Fischer. Manuel Binder, Oliver Martini und Benjamin Klett in der Nachspielzeit trafen für Derendingen. Für den Gastgeber war Patrik Bölzle erfolgreich. (kre/ath)