INTERVIEW - Stephan Vuckovic beim Ironman Canada am Start. Gute Erinnerungen an dieses Langdistanz-Rennen. Sein Ziel: Qualifikation für die WM auf Hawaii
»Weil es mir Spaß macht«
REUTLINGEN. Stephan Vuckovic startet am Sonntag beim Ironman Canada. Der Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney kehrt damit zurück an die Stätte, an der er 2005 bei seinem Debüt über die Langdistanz gleich den zweiten Platz holte. »Ich habe immer noch Spaß am Triathlon«, nennt Vuckovic im Gespräch mit GEA-Mitarbeiter Frank Wild seinen Beweggrund, warum er sich die Strapazen von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen im Alter von 38 Jahren immer noch antut.
GEA: Sie sehen abgemagert aus. Gab's beim Trainingslager in den Pyrenäen nichts zu essen?
Stephan Vuckovic: Im Gegenteil. Es gab mehr als genug. Ich habe mich aber diesmal zusammengerissen und zu 100 Prozent auf meine Ernährung geachtet. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.
Sie kehren zurück zu den Wurzeln ihrer triathletischen Langdistanz- Karriere. Ist der Start in Pentincton für Sie etwas Besonderes?
Vuckovic: Schon. Ich war damals gleich Zweiter. Damit hatte ich selbst nicht gerechnet. Ich freue mich aber auf den Wettkampf an sich. Das ist ein echt schöner Ironman in den Rocky Mountains. Da gibt's was fürs Auge.
Welche Ziele haben Sie für den Wettkampf am Sonntag?
Vuckovic: Ich will die Qualifikation für die WM auf Hawaii. Dazu muss ich unter die ersten Drei kommen. Vielleicht klappt's sogar wieder mit Platz zwei. Durch das Höhen-Trainingslager in den Pyrenäen bin ich in der Vorbereitung einen anderen Weg gegangen... (schmunzelt) Wenn die Sache aufgeht, dann knallt's am Sonntag.
»Es ist ein Luxus, was wir uns als Triathleten leisten können«
Sie sind mittlerweile 38 Jahre alt. Ist Ihr Start in Kanada auch eine Kampfansage an die Jugend?
Vuckovic: Keineswegs. Mir macht Triathlon immer noch Spaß und ich bin nach wie vor leistungsfähig. Ich muss nicht immer der Erste sein, um Spaß an meinem Sport zu haben. Ich habe nach wie vor auch großen Gefallen am Training. Es ist ein Luxus, was wir uns als Triathleten leisten können. Diese Lebensphilosophie gefällt mir.
Haben Sie ihren Weggang von der TSG Reutlingen nach Crailsheim zu Beginn des Jahres eigentlich irgendwann mal bereut?
Vuckovic: Nein. Überhaupt nicht. Ich fand es schade, dort wegzugehen, aber es war besser für alle Beteiligten. Die Stimmung innerhalb des Vereins war wegen der Auseinandersetzung zwischen mir und Michael Göhner nicht bestens. Damit war mein Weggang nur konsequent. Wie gesagt: Ich mache Triathlon, weil es mir Spaß macht. (GEA)