01.04.2010 - 18:08 Uhr
Sparaktion - Heizölbedarf sank nach energetischer Sanierung um satte 84 Prozent
Altbau wird Vier-Liter-Haus
IWO-Aktion »Energie-Gewinner« läuft noch bis Ende 2011
Der Ersatz eines alten Heizkessels durch ein modernes Öl-Brennwertgerät senkt den Heizölverbrauch um bis zu 30 Prozent - bei relativ geringem Investitionsaufwand. FOTO: IWO
Mit effizienter Heiztechnik und Solarthermie sowie Verbesserungen beim Wärmeschutz können auch Altbauten das energetische Niveau aktueller Niedrigenergiehäuser erreichen. In einem 56 Jahre alten Einfamilienhaus im oberbayerischen Penzberg beispielsweise sank der Heizölbedarf nach einer energetischen Sanierung um 84 Prozent.
Statt bei vormals 4 450 Litern liegt der jährliche Heizölbedarf für Heizung und Warmwasser jetzt nur noch bei 700 Litern. Das sind vier Liter pro Quadratmeter und Jahr - ein Wert, der von manchem Neubau nicht erreicht wird, teilt das Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) mit.
Gut 40 Prozent des gesamten Energieeinsparvolumens entfallen auf das neue Heizsystem. Das Öl-Brennwertgerät mit zweistufigem Brenner, der sich automatisch dem jeweiligen Wärmebedarf anpasst, hat einen überdimensionierten 30 Jahre alten Standardkessel ersetzt.
Ergänzt wird die neue Brennwertheizung von einer zwölf Quadratmeter großen Solarthermieanlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung. Die solar und vom Brennwertgerät erzeugte Wärme wird in einem 800 Liter fassenden Solarschichtenspeicher bevorratet.
Dieser Speicher verfügt über mehrere Anschlüsse und bietet so die Möglichkeit, nachträglich einen wasserführenden Holzkaminofen in die Heizungsanlage zu integrieren. Damit kann der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Wärmeversorgung nochmals erhöht werden.
Wärmeschutz erneuert
Neben der Heizungserneuerung wurde der bauliche Wärmeschutz des Hauses optimiert. Die bislang ungedämmten Außenwände aus verputztem Bimsstein erhielten ein 18 Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem. Das Dach bekam eine Zwischen- und Untersparrendämmung. Die Kellerdecken wurden wärmeisoliert und die Doppelglasfenster durch eine Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ersetzt.
Hohe Flexibilität für einen möglichst günstigen Heizöleinkauf gewährleistet laut IWO ein standortgefertigter Stahltank mit einem Volumen von 5 000 Litern. Dieser Langzeit-Energiespeicher ermöglicht nun eine Bevorratung für insgesamt sieben Jahre.
KfW-gefördert
Finanziert wurde die energetische Sanierung zum Großteil über ein zinsvergünstigtes Darlehen aus dem KfW-Programm »Energieeffizient Sanieren« sowie aus Mitteln des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP).
Außerdem wurde das Sanierungsobjekt vom Institut für wirtschaftliche Oelheizung im Rahmen des Modernisierungswettbewerbs »Energie-Gewinner« gefördert. Denn auch unter primärenergetischen Aspekten, dem maßgeblichen Kriterium in der Energieeinsparverordnung (EnEV), ist der sanierte Altbau laut IWO vorbildlich: Mit einem Primärenergiebedarf von 74 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr unterschreitet er den maximal zulässigen Wert eines vergleichbaren Neubaus.
Die IWO-Aktion »Energie-Gewinner« läuft noch bis Ende 2011. Modernisierungsinteressenten können sich unter www.oelheizung.info/energiegewinner bewerben. (pm)