Über die Alb
Naturtheater - Ein verregneter August und gespaltete Zuschauerreaktionen auf ihr ungewöhnliches Stück haben den Hayinger Laienspielern die Saison etwas verhagelt

Volldampf bis zum Schluss

VON CHRISTINE DEWALD

HAYINGEN. Die Schauspieler im Naturtheater Hayingen wollen bis zum Schluss Volldampf geben: Zwei letzte Aufführungen gibt's vom diesjährigen Stück »D'r Älblerkönig ond sei Schatz«, einer witzigen, anspielungsreichen Posse nach einer Vorlage des 1767 in Munderkingen geborenen Mundartdichters Carl Borromäus Weitzmann. Am Samstag, 4. September, um 20 Uhr und am Sonntag, 5., um 14.30 Uhr ist das Stück noch einmal zu sehen.

Ein »schönes Stückle« nennt Marc-Philipp Knorr vom Naturtheater die ungewöhnliche Dreikönigs-Geschichte, die in diesem Jahr in Hayingen zu sehen war. Die vielen aktuellen Bezüge, der Spielwitz der Hayinger, Bühnenbild und Musikgestaltung waren auch von den Medienberichterstattern gelobt worden: »So gute Kritiken hatten wir selten.« Die Reaktionen der Zuschauer waren allerdings heftig gespalten, wie das Ensemble bedauernd zur Kenntnis nehmen musste: »Da gab es eigentlich nichts zwischen supertoll und krottenschlecht.«

Lieber leichte Kost

Das ungewöhnliche, etwas anspruchsvollere Stück macht Knorr mehr noch als das schlechte Wetter im August dafür verantwortlich, dass die Besucherzahlen in dieser Saison deutlich nach unten gingen. Während im vergangenen Jahr rund 15 500 Zuschauer ins Naturtheater kamen, werden es in diesem Sommer wohl fünftausend weniger sein.

Geschäftsführer Marc-Philipp Knorr vermutet, dass die Besucher im Naturtheater schlicht anderes erwarten: »eine richtig schöne Geschichte, mit viel Humor, mit viel Action, unkomplizierte Unterhaltung eben«. Und im nächsten Jahr sollen sie das auch wieder bekommen: Mit dem Feedback der Zuschauer haben sich die jungen Theatermacher bereits auf die Suche nach einem neuen Stück gemacht.

»Unsere Spielfreude, unseren Zusammenhalt wollen wir erhalten«, gibt sich Knorr alles andere als entmutigt: »Wir haben noch Visionen.« Allerdings sei die ganz überwiegend im Ehrenamt geleistete Arbeit nicht einfacher geworden. »Ohne unsere Sponsoren müssten wir den Schlüssel rumdrehen«, verdeutlicht Knorr, dass auch der finanzielle Spielraum eng geworden ist.

An ihrem letzten Spielwochenende wollen sich die Akteure in einem der schönsten Naturtheater Baden-Württembergs noch einmal ins Zeug legen. Und sie hoffen, dass möglichst viele Zuschauer dabeisein möchten. (GEA)

01 80/50 50 28 6

www.naturtheater-hayingen.de


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