Umzug - 4 000 Hästräger zogen vier Stunden lang durch Trochtelfingen. Auch meterhohe Themenwagen waren dabei
Tausende Hästräger ziehen durch Trochtelfingen
Von Gabriele Leippert
TROCHTELFINGEN. Das närrische Treiben kam in Trochtelfingen mit dem traditionellen Umzug fast zum Siedepunkt. Wieder einmal zog das Albstädtchen Hästräger und Zuschauer gleichermaßen wie ein Magnet an. Rund 4 000 Narren in 78 Häsgruppen begegneten noch viel mehr Zuschauern, denen der ab und zu wehende eisige Ostwind anscheinend nicht das Geringste ausmachte. Die Stimmung steigerte sich in den vier Stunden, in denen sich der kunterbunte - von den Trochtelfinger Schreiermasken, dem Prinzenpaar und Gardemädchen angeführte - Lindwurm durch das Städtle schlängelte, von Minute zu Minute. Hexen, Teufel, Fabelwesen und »Goischter« von Kirchentellinsfurt über Rottenburg bis Albstadt trieben ihren Schabernack mit dem Publikum.
So voll sind die Straßen in Trochtelfingen nur am Rosenmontag: Zum närrischen Stelldichein kamen nach Schätzungen der Veranstalter rund 10000 Zuschauer.
FOTO: Gabriele Leippert
Dabei waren vor allem junge Mädchen die häufigsten »Opfer«. Mal huckepack durch das Spalier getragen, mal an den Füßen um den Hals gelegt und schwindlig gedreht. Zahllose Schnürsenkel, Mützen oder Schals wurden »entwendet«, einige Hexen stibitzten sogar Schuhe. Und wehe, einer der Zuschauer hatte nicht den richtigen Schlachtruf parat. Da wurden die Gesichter und oft genug auch nackte Bäuche mit Farbe verschönert.
Meterhohe Themenwagen erwiesen sich als absolute Hingucker, wenn auch die begleitenden Aufsichtspersonen höchste Aufmerksamkeit auf den Weg legen mussten. Weil die Zuschauer teilweise in Achter- oder Neuner-Reihen standen, schoben sie sich gegenseitig immer mehr in die Umzugsstrecke hinein. Da war es gut, dass etliche Guggenmusiken, Lumpenkapellen oder Fanfarenzüge mit lautem Trommeln und schmetternden Trompeten wieder für eine Weges-Erweiterung sorgten. »Das sind mindestens 10 000 Zuschauer«, freute sich Herbert Frank über den enormen Zulauf. Der ehemalige Narrenmeister - ein Urgestein der Trochtelfinger Fasnet - schonte sich während des Umzugs noch auf der Ehrentribüne. Genauso wie der Schultes. »Mir send morga früh dann d'Fleckabesa«, witzelte Bürgermeister Friedrich Bisinger, dass schließlich irgendwer »liegengebliebene« Narren wieder aufräumen müsse. (GEA)
Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.