PFRONSTETTEN. Im Meinungsbildungsprozess zugunsten der Windkraft und ihrer Standorte setzt die grün-rote Landesregierung auf Transparenz und Bürgerbeteiligung. »Wir sollen die Bürger mitnehmen«, sagte Pfronstettens Bürgermeister Reinhold Teufel jüngst in der Gemeinderatssitzung. Pfronstetten nimmt dies wörtlich. Um sich ein konkretes Bild von der neuen Generation Windräder machen zu können, chartert die Gemeinde einen Bus und unternimmt am Samstag, 10. März, mit interessierten Bürgern eine Informationsfahrt nach Simmersfeld im Landkreis Calw (Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung).
Dort steht seit fünf Jahren auf einem bewaldeten Hochplateau zwischen Bad Wildbad und Freudenstadt der mit 14 Anlagen von 100 und 125 Meter Nabenhöhe größte Windpark in Baden-Württemberg. Da die erwogenen Pfronstetter Vorrangebiete ebenfalls teils im Wald liegen, scheint Simmersfeld ein ideales Anschauungsobjekt zu sein, das auf viele Fragen Antworten geben kann.
Einnahmequelle für die Gemeinde
Wolfgang Berner erhofft sich beispielsweise Aufschluss darüber, ob zu solch großen Anlagen wirklich autobahnähnliche Straßen führen müssten, wie gelegentlich behauptet wird. Während sich etliche Gemeinderäte angesichts von Hürden wie Artenschutzgutachten oder teure Langzeitwindmessungen der Thematik gegenüber zwar offen, aber dennoch kritisch äußerten, bekannte sich Teufel offensiv zur Möglichkeit, mit einem Windpark Geld in die Gemeindekasse zu wirtschaften.
In die Bürgerversammlung zum Thema »Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen im Gemeindegebiet«, die der Gemeinderat für den 21. März beschlossen hat, sollen die Erkenntnisse der Informationsfahrt ebenso einfließen wie die Standpunkte kompetenter Diskussionspartner verschiedener Interessenlagen. Bürgermeister Reinhold Teufel bedauerte, dass die Resonanz auf den öffentlichen Aufruf zur aktiven Mitgestaltung der Bürgerversammlung eher gering gewesen ist. Mühe bereite es ihm, in der aktuellen politischen Lage als Diskussionspartner Gegner der Windkraftanlagen zu finden. (häs)
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