Ausstellung - Der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle macht aus einer Mannschaftsunterkunft im Alten Lager ein Atelier

Sehenswerter Kunstraum im Alten Lager Münsingen

VON JULIE-SABINE GEIGER

MÜNSINGEN-AUINGEN. »BT 18«. Das ist die Adresse, unter der Wolf Nkole Helzle, international gefragter Medienkünstler aus Mehrstetten, künftig anzutreffen sein wird. In BT 18 - fast 50 Jahre diente das Bataillonsgebäude Nummer 18 wie seine uniformen Klinkernachbarhäuser einfachen französischen Soldaten als Mannschaftsunterkunft - wird Helzle sein Atelier einrichten.

Mirja Wellmann mit  »Lightskulpture« in San Francisco. FOTO: PRIVAT
Mirja Wellmann mit »Lightskulpture« in San Francisco. FOTO: PRIVAT
Wie das, wenn es so weit sein wird, aussehen wird, mit Videoinstallationen, Fotoapparaten und Rechnern, davon gibt Helzle an diesem Wochenende, 11. und 12. November, jeweils von 11 bis 18 Uhr in BT 18 einen Einblick. Mit dabei sind Ehefrau und Bildhauerin Mirja Wellmann und Bruder Manfred Helzle, zudem die Malerin Crista Gipser aus Stuttgart.

Für die Familienangelegenheit mit Malerfreundin am nächsten Wochenende im angehenden Atelierhaus BT 18 hat Wolf Nkole Helzle eine Sondergenehmigung bekommen. »Die neue Nutzung muss vom Bauamt abgenommen werden«, informiert er beim Rundgang durchs künftige Atelier, das dem Medienkünstler endlich den Platz bieten wird, den er für seine großformatigen Bilder - die »Walks«, im Gehen zig Mal fotografierte Wege und Stadtansichten, die übereinandergelegt werden und damit neue Perspektiven geben - und seine Video- und Fotoinstallationen braucht.

Transformationsprozess

»Ich habe mich schon vor vier Jahren verliebt in BT«, erklärt der frei schaffende Künstler. Damals fotografierte Helzle im Rahmen der Interim-Kunstbiennale in einer der Kasernen, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet wurden. Inzwischen hat die historische Soldatensiedlung den Besitzer gewechselt, Franz Tress hat das Kommando übernommen, der das Ensemble peu à peu entwickelt. »Es ist ein Transformationsprozess«, sagt Helzle. »Eine Phase, die ihren Charme hat, die ich mag.« Er wird sich in drei kleinen und drei großen Räumen installieren, im Entrée befinden sich zudem ein Gemeinschaftswasch- und - für Pazifisten nicht so ohne Weiteres zu erkennen - ein Stiefelputzraum.

Die Kaserne wird zum Kunst- und Begegnungsraum. Mit Wolf Helzles Bruder Manfred zieht ein experimentierfreudiger Elektronikingenieur ein, der ebenfalls lange auf der Suche nach geeignetem Raum für Entwicklungen war. Einer, der zudem Sinn fürs Reparieren hat und damit auch andere Leute in die Künstlerszene locken soll. »Ein entsprechender Leader-Projektantrag ist eingereicht«, erklärt Helzle. So viel zur Zukunft.

Vorabvorstellung

Eine Vorabvorstellung von dem, was künftig in BT 18 laufen wird, gibt es am Wochenende, der Helzle-Clan und Crista Gipser sind dabei, führen durchs ehemalige Soldatenheim, in dem einst schmale Stockbetten gestanden haben, und zeigen ihre neue Werke. Etwa Bilder von der ersten gemeinsamen Arbeit von Mirja Wellmann und Wolf Helzle während eines Kongresses für Softwareentwicklung in San Francisco, von dem beide erst kürzlich zurückgekehrt sind. Helzle hat fotografiert, eine Software die Gesichtszüge der Porträtierten gescannt, aus denen fluoreszierende Gesichterschablonen wurden, die Wellmann zu Lichtskulpturen zusammengesetzt hat. Die Kompanie einer ganzen Firma als Lichtinstallation. Das sei gut angekommen. Fürs Schnupperwochenende ist natürlich auch das Fotografieren von Gesichtern angesagt, und die Münsinger der 1 200-Jahr-Feier werden sich wiedersehen können. (GEA)

Atelierhaus BT 18

Das Atelierhaus BT 18 öffnet am Samstag, 11., und am Sonntag, 12. November, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Führungen durch die Ausstellung gibt es an beiden Tagen um 12, 14 und 16 Uhr. Das Atelierhaus im Alten Lager ist nicht über die Hauptzufahrt zu erreichen, sondern über das Tor Ost, Straße Hahnensteig Richtung Böttingen. Helzle zeigt erstmals »Walks«, fotografische Verdichtungen mit Motiven aus St. Petersburg, Finnland, Italien, der Schweiz und aus den USA.

Außerdem ist eine Visual-Music-Installation zu erleben: 15 000 Bilder der Alb, begleitet von der Musik von 21 Musikern, ergänzen sich zum begehbaren Gesamtkunstwerk. Mirja Wellmann zeigt einige ihrer neuesten Hörnester, und Crista Gipser bringt ihre abstrakten Farbfelder mit, die an stadträumliche und architektonische Konstrukte erinnern. Manfred Helzle wird Erfahrungen präsentieren, die er bei Workshops mit Kindern, Er-wachsenen und Senioren gesammelt hat, denen er sein technisches Wissen zur Verfügung stellte. (fm)

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