Unfall

Schaden nach Biogas-Unfall größer als gedacht

ENGSTINGEN. Vermutlich weitaus größer als bisher angenommen sind die Schäden, die der Biogas-Unfall im Engstinger Gewerbepark Haid nach sich zieht. Gestern war aus einem Gärtank Flüssigkeit ausgelaufen und hatte sich über Straßen und Keller verteilt.

Rund 1.500 Kubikmeter Gärbrühe sind vor gut zwei Wochen im Gewerbepark Haid ausgelaufen.
Rund 1.500 Kubikmeter Gärbrühe sind vor gut zwei Wochen im Gewerbepark Haid ausgelaufen. FOTO: Joachim Baier
Nachdem sich Polizei und Feuerwehr gestern noch auf Angaben des Betreibers der Biogasanlage berufen hatten und die Rede von rund 300 Kubikmetern Flüssigkeit war, gingen die Schätzungen in der vergangenen Nacht deutlich in die Höhe. Die Feuerwehr geht inzwischen von deutlich mehr als 1000 Kubikmetern aus.

Keine neuen Erkenntnisse gibt es vonseiten der Polizei. Die Beamten waren gestern vor Ort, um die Frage zu klären, ob die Anlage eventuell manipuliert worden war. Davon sei derzeit aber nicht auszugehen, so Pressesprecher Josef Hönes heute morgen. Ursache des Unfalls sei nach derzeitigem Kenntnisstand ein technischer Defekt. Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums befasse sich dennoch weiterhin mit dem Fall, möglicherweise gebe es heute Nachmittag neue Erkenntnisse.


Galerie

Leck an Biogasanlage

Braune Brühe flutet die Haid

Biogas Unfall auf der Haid
FOTO: Joachim Baier
 

Bis Mitternacht am Aufräumen

Auch Fachleute des Landratsamts Reutlingen sowie des Regierungspräsidiums Tübingen waren gestern auf der Haid, Details aus den Gesprächen und Ermittlungen wurden noch nicht publik.

Die Aufräumarbeiten auf den Straßen und in den betroffenen Gebäuden dauerten gestern bis Mitternacht an, informierte Engstingens Bürgermeister Mario Storz. Heute geht’s weiter: Feuerwehrleute und ihre Helfer sind nach wie vor damit beschäftigt, die Flüssigkeit abzupumpen und in mobilen Tanks abzutransportieren. Sie wird unter anderem in speziellen Becken eines Landwirts zwischengelagert. Auch die Regenüberlaufbecken am Sportplatz auf der Haid sind voll. Über die Kläranlagen, so Storz, darf die Flüssigkeit nicht abgeleitet werden. Bei der stinkenden braunen Brühe handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um sogenanntes Substrat: Das Produkt der letzten Stufe des Fermentierprozesses von Küchenabfällen in der Biogasanlage, das zu über 80 Prozent aus Wasser bestehe.

Impressionen von der stinkenden Brühe auf der Alb


Sieben Gebäude betroffen

In den betroffenen Gebäuden – nach derzeitigem Kenntnisstand sind es sieben - hat heute das große Aufräumen begonnen. Anlaufstelle für deren Besitzer beziehungsweise Mieter ist das Engstinger Rathaus. Dort werden Kontaktdaten eines Versicherungsgutachters vermittelt, der im Auftrag des Biogasanlagenbetreibers Schäden aufnimmt und sich um deren Regulierung kümmert. Am heftigsten getroffen hat es wohl die Gaststätte „per Du“, wo das dreckige Wasser im Keller bis zu zwei Meter hoch stand. Auch die ehemaligen Militärgebäude am Graf-von-Moltke-Platz – heute im Besitz der Gemeinde und unter anderem Adresse der Gewerbeparksverwaltung – gehören zu den Immobilien, in die Wasser eingedrungen ist. (GEA)

Weitere Informationen

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Scharfe Kritik an Einsatzbereitschaft der Bundeswehr

Nach Ansicht des Wehrbeauftragten ist die Bundeswehr als Ganzes «im Rahmen der kollektiven Verteidigung derzeit nicht einsetzbar». Foto: Sven Hoppe

Berlin (dpa) - Die Einsatzbereitschaft der Bundesw... mehr»

Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes

Goslar (dpa) – Immer mehr E-Biker sind in schwere ... mehr»

Defekt im Motorraum: Auto an der B 27 in Flammen

Nach drei Löschversuchen hat‘s geklappt. FOTO: MEYER

MÖSSINGEN. Abruptes Ende einer Ausflugsfahrt: Eine... mehr»

Koalition oder Chaos? Die SPD hat es in der Hand

Die Union würde gerne mit der SPD regieren - aber gilt das auch umgekehrt? Foto: Kay Nietfeld

Bonn (dpa) - Es ist eine entscheidende Weichenstel... mehr»

Marathonläufer

Aktion

Zeitungspaten gesucht

Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
lesen »
Aktuelle Beilagen