Über die Alb
Narrenkonvent - Auf gutes Benehmen eingeschworen

Saubere Fasnacht

HAYINGEN. Fasnacht oder der Schwaben »Fasnet« ist ein bedeutendes Traditionsgut und Teil des gemeinsamen europäischen Kulturerbes. So steht es jetzt auch im »neuen« Leitbild der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte (VFON) seit dem Konvent am Samstagnachmittag in Hayingens Festhalle, schwarz auf weiß geschrieben.

Deshalb habe sich die VFON zum Anliegen gemacht, »alle Gesellschaftsschichten jeden Alters mit einzubinden und gemeinsam mit den Verantwortlichen althergebrachtes Brauchtum in fasnächtlicher Freude miteinander zu teilen«. Dazu gehöre nicht nur eine »anspruchsvolle Brauchtumspflege«, sondern auch eine »Fasnet auf hohem Niveau«, unterstrich Präsident Peter Neudert.

Augen- und ohrenfreundlich

Es darf ausgelassen gefeiert werden, habe aber nichts mit »Gaudi-tum« zu tun. Ebenso müsse Fasnet »augen- und ohrenfreundlich« sein, »der Auftritt sauber«. »Unzüchtiges Betatschen« und »schlechtes Benehmen« auf der Straße während der närrischen Zeit habe da nichts verloren, plädierte auch Brauchtumsmeister Elmar Herter. Wissen, wann Schluss mit lustig ist, gehöre dazu.

»Liebe Zunftmeister, sprecht mit euren Narren, vor allem mit den Jungen«, legte er ihnen mahnend ans Herz. »Teamgeist« sei ein wesentlicher Bestandteil der Vereinigung. Kontroverse Diskussionen dürfen sein, doch müsse immer sachlich-faire Zusammenarbeit im Vordergrund stehen, hob Vize-Präsident Reinhard Siegle hervor. Diese sei »in der Vereinigung bisher sehr vorbildlich«, stellte er fest. »Teamgeist muss hier nicht erst beschworen werden, er ist bereits da«, befand auch Blausteins Bürgermeister Thomas Kayser, der jedoch nicht nur gekommen war, um das Präsidium zu entlasten, sondern auch um für seine Gemeinde als Gastgeber des Ringtreffens im Februar 2014 zu werben. Noch am Nachmittag erhielt er einstimmig von den Zünften den Zuschlag dafür. Damit werde das Ringtreffen 2014 zum vierten Mal in Blaustein und im 50. Jahr der Blausteiner Narrenvereinigung »Katzastrecker« in der 15 400 Köpfe starken Gemeinde veranstaltet.

Zunftbuch für die Zukunft

Auf brandneue Seiten machte auch der Präsident aufmerksam. Ein Zunftbuch, verewigt auf Edelpapier, mit Goldschnitt, teurem Ledereinband und feschem Design, soll zukünftig alle Masken der Vereinigung verewigen. Deren Fortschritte sollen im Buch, teils handgemalt, festgehalten werden. Derzeit existiert erst ein Entwurf, doch klar ist jetzt schon: »Das wird eine sehr teure Angelegenheit, die am Schluss kaschiert wird, damit man sie 100 bis 150 Jahre aufheben kann«, präsentierte Neudert das großformatige, edle Werk. (pk)


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