Freizeit - Neuauflage des Aktionstages zum Saisonstart an der Erpfinger Bärenhöhle bei strahlender Sonne

Saisonstart in der Erpfinger Bärenhöhle

Von Gabriele Leippert

SONNENBÜHL-ERPFINGEN. Auf rückläufige Besucherzahlen hat die Gemeinde Sonnenbühl zum Saisonstart der Erpfinger Bärenhöhle im vergangenen Jahr erstmals mit einem Aktionstag reagiert. Er sollte helfen, wieder mehr Gäste auf die Sehenswürdigkeit aufmerksam zu machen. Der Versuch scheint gelungen. »Zumindest konnten wir die Besucherzahl von über 84 000 Gästen konstant halten«, freute sich Hans-Martin Luz jetzt, als die Neuauflage zahlreiche Ausflügler anlockte.

Die Höhlenführungen von Hans-Martin Luz fanden großen Zuspruch.  FOTO: LPT
Die Höhlenführungen von Hans-Martin Luz fanden großen Zuspruch. FOTO: Gabriele Leippert

Geschichten über Höhlenbewohner

Die vergleichbaren Zahlen für das erste Jahresquartal konnten sogar verdreifacht werden. »Der regionale Tourismus profitiert von den hohen Spritpreisen«, glaubt der Höhlenführer, dass vor allem Familien sich lieber in der näheren Umgebung nach Ausflugszielen umschauen als noch vor ein paar Jahren. Auch am Sonntag kamen etliche Familien zum »Mercedes unter den Schauhöhlen«, wie Luz betonte, der auch für den Landesverband für Höhlen und Karstforschung Baden-Württemberg unterwegs ist.

So waren seine Führungen durch die im Jahr 1949 entdeckten Gänge der Bärenhöhle ziemlich ausgebucht. Viele Kinder lauschten mit großen Augen den Geschichten über Tiere, die in früherer Zeit in der Höhle gewohnt haben. Oder der Entstehung und Unterscheidung von Stalagmiten und Stalaktiten, die Luz kindgerecht und spannend erzählte. »Wer eine Höhle besucht, sollte außer Erinnerungen nichts mitnehmen«, bat der aktive Naturschützer die Besucher, Steine nicht einfach abzubrechen oder überhaupt irgendwelche Teile mitzunehmen.

Obwohl die Wintergäste der Höhle die Bärenhöhle schon überwiegend verlassen haben - Luz hatte als ehrenamtlicher Sachverständiger für den Fledermausschutz vor wenigen Wochen noch 22 Fledermäuschen gezählt - bekamen die Gäste dennoch Gelegenheit, sie aus der Nähe zu betrachten. Denn die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz (AGF) Baden-Württemberg aus Tübingen hatte einen Stand mitgebracht, bei dem Fledermäuse beim Füttern beobachtet werden oder sogar ganz vorsichtig gestreichelt werden konnten.

Stockfinstere Nacht

Eine Ausstellung über Höhlen und Gestein des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg im Restaurant fand viel Interesse. Auf dem Fossilienflohmarkt durften die Besucher durch etliche Funde stöbern. »Der Verkaufserlös geht an Kinder von Oserany in Weißrussland«, freute sich Wolfgang Richter vom Freundeskreis für Oserany. Höhepunkt des Tages war eine Führung mit Stirnlampen. Dabei wurden die Lichter in der Höhle ausgeschaltet. »Da können die Besucher sehen, was Nacht tatsächlich ist«, so Luz. (GEA)



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