Windpark - Jerg teilt Sorgen der Kettenacker' Bürger

Noch ist alles vorläufig

GAMMERTINGEN. »Wir nehmen die Sorgen der Menschen in Kettenacker ernst«, betont Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg. Er könne nachvollziehen, dass die Pläne der Gammertinger Energie- und Wasserversorgung (GEW) für den Bau eines Windparks nahe des Gammertinger Stadtteils für Unmut sorgen. Und er macht deutlich, dass er selbst bei der »großen Politik« Handlungsbedarf sieht, was die Abstandsregelung für Windkraft-Anlagen angeht. Doch: »Ob die Politik in der Lage sein wird, diese Abstandkriterien tatsächlich zu ändern, ist für mich persönlich mit einem großen Fragezeichen versehen«, betont er.

Rechtlich bindend festgelegt sind diese Kriterien in der sogenannten »technischen Anleitung zum Schutz vor Lärm«, in Kurzform TA Lärm genannt. Demnach muss der Abstand zu einem Mischgebiet - was nach Jergs Angaben auch auf Kettenacker zutrifft - mindestens 500 Meter betragen, zu einem Wohngebiet 700 Meter und zu einem Kurgebiet 1 000 Meter.

Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben habe sich bei der Ausweisung von möglichen Flächen für Windkraft-Anlagen an diese Vorgaben ebenso gehalten wie an die Anforderungen zur Windhöffigkeit oder an die naturschutzrechtlichen Ausschlusskriterien. »Das sind alles vorläufige Betrachtungen«, hebt Jerg hervor. Der Regionalverband habe die Bürger frühzeitig am Plan-Verfahren beteiligen wollen, erklärt er.

Neue Winddaten verfügbar

»Wir gehen davon aus, dass sich hinsichtlich der Windpark-Planungen vielleicht noch etwas ändern wird«, macht der Bürgermeister deutlich. Es gebe - neben dem TÜV-Windatlas - inzwischen zusätzliche, teils tatsächlich gemessene Daten zur Windgeschwindigkeit, die in den Regionalplan-Entwurf eingearbeitet werden sollen. »Es besteht kein Anlass zur Hektik«, erklärt er. Grundsätzlich müsse jetzt ohnehin zunächst auf die Vorgaben aus dem neuen Landesplanungsgesetz gewartet werden, das noch nicht verabschiedet sei.

Sollten die Kommunen tatsächlich Planungshoheit für Windkraft-Anlagen erhalten, dann könnte unter Umständen neu überlegt werden. »Dann müsste der Gemeinderat entscheiden und alle potenziell möglichen Standorte im Gammertinger Umfeld wären wieder im Spiel«, betont Jerg. Auch dann müssten aber objektiv nachvollziehbare Auswahl-Kriterien zugrunde gelegt werden.

Das Einbeziehen von Waldflächen in die Standort-Auswahl würde es der Stadt Gammertingen zum Beispiel ermöglichen, auf eigenen Grundstücken Windenergie-Optionen zu prüfen. »Auf jeden Fall wollen wir aber die Bürger einbeziehen«, macht er deutlich. Das könnte, wenn es doch auf den Standort Kettenacker hinausliefe, auch über konkrete Beteiligungsmöglichkeiten am Windpark-Projekt geschehen. (ps)



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