Über die Alb
Marketing - Studierende des Europa-Instituts Reutlingen wollen den Tourismus auf der Sonnenalb inspirieren

Mit Elan aufs »Schwungbret(t)«

Von Petra Schöbel

SONNENBÜHL. Schöne Landschaft, hervorragende Gastronomie, attraktive Sehenswürdigkeiten - die Sonnenalb hat einiges zu bieten. Aber dennoch könnten die Besucherzahlen zum Beispiel in den Höhlen und im Ostereimuseum höher sein, sollten mehr Urlauber neugierig auf diese spezielle Region der Schwäbischen Alb sein. Der Tourismus auf der Sonnenalb braucht einen neuen »Kick«. Das hat Bettina Peters, seit April dieses Jahres beim Tourismusverein Sonnenalb für das Marketing zuständig, bereits erkannt. Und was liegt näher, als junge Menschen herausfinden zu lassen, wie dieser »Kick« aussehen könnte?

Studierende des Europa-Instituts haben Ideen für den Tourismusverein Sonnenalb.  FOTO: PR
Studierende des Europa-Instituts haben Ideen für den Tourismusverein Sonnenalb. FOTO: PR
Bettina Peters hat sich deshalb an das Reutlinger Europa-Institut gewandt, das seinen Studenten in diesem Jahr zum ersten Mal eine Spezialisierung auf Touristik- und Eventmanagement anbietet. Seit Oktober trifft sie sich regelmäßig mit den dreißig Teilnehmern dieses Studiengangs. Das intensive »brain-storming« hat bereits zu einer Idee für einen »neuen, andersartigen Markt« im Sommer des kommenden Jahres geführt, dessen Konzept bereits steht, dessen einzelne Bestandteile aber noch ausgearbeitet und weiterentwickelt werden sollen.

»Wir wollen einen Markt zum Mitmachen und Erleben anbieten«
 

Internationales in der Region, das ist der Ansatz für das Marktgeschehen, den die Studierenden für gut befunden haben. Die Exotik soll von den europäischen Partnerorten Sonnenbühls und Trochtelfingens, den beiden Mitgliedsgemeinden im Tourismusverein Sonnenalb, beigesteuert werden: Corseul in der Bretagne und Mariahalom in Ungarn. Aus der Kombination Schwäbisch-ungarisch-bretonisch leitet sich der Name des neuen Events ab: Schw-ung-bret(t).



Als Anlass für den »Schwungbret(t)-Markt« dient der 35. Geburtstag des Tourismusvereins. Viktoria Weit, Sonja Machenberg, Andrea Odermatt und ihre Mitstudenten arbeiten bereits an den einzelnen Projekten, die dann zu einem großen, besonderen Ganzen verbunden werden sollen. Stattfinden soll der Markt ihren Angaben zufolge gleichzeitig in Erpfingen und Trochtelfingen und auch der Raum zwischen den Orten soll für Aktionen genutzt werden.

So verhandeln sie zum Beispiel mit einem Landwirt, der für das Ereignis ein Maislabyrinth anlegen könnte. Angedacht ist auch, den Tragschrauber des Sonnenbühlers Werner Schrägle an diesen Tagen einzusetzen. Viele weitere Stationen sollen dazukommen. Und natürlich werden die vorhandenen Attraktionen wie zum Beispiel die Bärenhöhle mit einbezogen. »Wir wollen einen Markt zum Mitmachen und Erleben anbieten«, beschreibt Bettina Peters das Konzept, dessen Dynamik sich schon im Namen »Schwungbret(t)« ausdrückt.

Auch der Genuss soll groß geschrieben werden. Vereine, örtliche Gastronomen und die Abgesandten aus den Partnergemeinden werden für kulinarische Erlebnisse sorgen. »Das Angebot soll eindeutig über die übliche Rote Wurst hinausgehen«, haben sich Bettina Peters und die Studenten vorgenommen. Das Rahmenprogramm könnte, ähnlich wie bei einer Hockete, Aufführungen der örtlichen Vereine bieten. »Jeder, der eine gute Idee für eine Aktion hat, kann sich bei uns melden«, betonen die Studentinnen.

Damit den Besuchern nichts von diesem Markt an zwei Standorten sowie von den Aktionen an der Bärenhöhle oder auf freiem Feld entgeht, werden sie alle Plätze bequem mit regelmäßig fahrenden Shuttle-Bussen erreichen können. »Natürlich darf man auch von einem Ort zum anderen wandern oder radeln«, betont Bettina Peters.

»Es gibt einige im Tourismusverein, die jetzt etwas bewegen wollen«
 

Die Tourismusbeauftragte der Sonnenalb hofft auch, mit diesem Konzept manchen Gastronom und Anbieter von Ferienwohnungen oder anderer Dienstleistungen, die für auswärtige Gäste interessant sind, wieder oder neu für die Mitarbeit im lokalen Tourismusverein bewegen zu können. »Es gab einen deutlichen Mitgliederschwund in den vergangenen Jahren«, sagt sie. Und das, obwohl vor einigen Jahren die Stadt Trochtelfingen dem Verein beigetreten ist. Inzwischen ist die Notwendigkeit zur Neuorientierung aber erkannt. »Es gibt einige im Verein, die jetzt etwas bewegen wollen«, betont Peters.

Dem »Schwungbret(t)« stehen der Vereinsvorstand und auch der Sonnenbühler Bürgermeister Uwe Morgenstern aufgeschlossen gegenüber. Sie freuen sich über das Engagement der jungen Studierenden.

Die haben davon einen doppelten Vorteil: Einerseits sammeln sie bei der Organisation des Markts wichtige Berufserfahrungen, andererseits wird ihnen diese Arbeit als Praktikum angerechnet. »Dieses Projekt ist perfekt für die praktische Umsetzung unseres Unterrichts«, betont deshalb auch Tanja Göhner-Held, Leiterin des Studiengangs Multilingual Management Assistand (MMA) am Europa-Institut. (GEA)



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