Über die Alb
Wacholderkönigin - Die Wahl fällt auf die 17-jährige Linda Glocker. Abschied von Bettina Hanner

Mit Charme, Köpfchen und Glück

Von Gabriele Leippert

GOMADINGEN. Eines steht fest: Auch wenn sie dem üblichen Modelmaß von mindestens 1,78 Meter Körperlänge nicht entsprachen, überzeugten die Kandidatinnen in Gomadingen mit natürlicher Schönheit, mit Schlagfertigkeit, Anmut und einer großen Portion Charme. Sechs Mädels hatten sich ursprünglich darum beworben, »Wacholderkönigin« zu werden: Bei der Wahl, die Linda Glocker für sich entscheiden konnte, nahmen aber nur noch fünf von ihnen teil. »Ines Knupfer musste aus beruflichen Gründen absagen«, bedauerte Silke Hirsch vom Organisationsteam.

Wacholderkönigin Linda Glocker, Mitte, mit ihren Wacholderprinzessinnen Julika Ostertag (links) und Stefanie Simmendinger.  FOTO: LPT
Wacholderkönigin Linda Glocker, Mitte, mit ihren Wacholderprinzessinnen Julika Ostertag (links) und Stefanie Simmendinger. FOTO: Gabriele Leippert
Zum dritten Mal nach 2006 und 2008 hat die Gemeinde Gomadingen in Verbindung mit der Lautertal-Touristik eine Wacholderkönigin als Repräsentantin für den Ferien- und Luftkurort gesucht. Bettina Hanner durfte die Krone als Letzte tragen: In zwei Jahren konnte sie viele wertvolle Erfahrungen sammeln und knapp zwanzig Repräsentationstermine für die Gemeinde wahrnehmen, wobei ihr eindrucksvollster der mit Ministerpräsident Günther H. Oettinger gewesen ist. Mit »Wehmut im Herzen« musste sie jetzt Amt und Krone zurückgeben: »Auch die schönste Amtszeit findet mal ihr Ende«, betonte Bürgermeister Klemens Betz.

Mit Ovationen verabschiedet

Die rund 500 Gäste in der brechend vollen Sternberghalle verabschiedeten die scheidende Königin mit stehenden Ovationen. Von der Gemeinde erhielt sie ein Abschiedsgeschenk.

Dann konnten sich die neuen Kandidatinnen dem Publikum präsentieren, bevor Maike Leuze, die Gomadingens erste Wacholderköngin gewesen ist, sowie Michael Galert, Vorsitzender der Lautertal-Touristik, deren Wissen um den Wacholder als regionales Gewächs auf die Probe stellten. Dabei mussten Fragen nach Größe und Alter, Heilwirkungen oder Angeboten rund um den Wacholder beantwortet werden.

In der zweiten Runde zeigten sich die Bewerberinnen im selbstgewählten Outfit und begründeten ihre Entscheidung hierfür sehr wortgewandt. Zum Schluss war Schlagfertigkeit und Kreativität der designierten Königinnen in verschiedenen Spielsituationen gefragt.

Sie mussten im Saal eine männliche »Vertretung« für sich selbst aufspüren und entsprechend ausstaffieren. Mussten für bestimmte Wörter Buchstaben in der Sternberghalle suchen oder unter der Obhut eines vorher im Publikum auserwählten »Bodyguards« verschiedene Gegenstände wie Schnürsenkel, Visitenkarten, Personalausweis oder Gürtel bei den Zuschauern erbitten.

Frenetisch gefeiert

Und obwohl keine Zeitbegrenzung für die einzelnen Aufgaben vorgegeben war, entwickelten die Bewerberinnen angefeuert von den begeisterten Zuschauern olympische Schnelligkeit. Dann endlich durften die Gäste ihre Stimmzettel abgeben: Wahlberechtigt waren alle über 16. Kurz vor 23 Uhr folgte die lang erwartete Entscheidung, die laut Bürgermeister Betz sehr knapp ausfiel. Die siebzehnjährige Linda Glocker wird die nächsten zwei Jahre als Wacholderkönigin für die Gemeinde unterwegs sein, zu Wacholderprinzessinen gekürt wurden Stefanie Simmendinger und Julika Ostertag.

»I kann's no gar net glauba«, strahlte die neue königliche Hoheit über das ganze Gesicht, als sie von den Zuschauern im Saal frenetisch gefeiert wurde. (GEA)

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